Jeremy Irons – der Macher der „Wegwerfbilder“

Vom angestrebten Traumberuf Tierarzt zum Oscar-Preisträger und schließlich zum medialen Aufklärer und Mahner in Sachen Müll: Schauspieler Jeremy Irons.

Der Brite erlangte Weltruhm mit seiner Rolle als Esteban Trueba in dem Kinofilm „Das Geisterhaus“ oder als Bösewicht neben Bruce Willis in „Stirb langsam – Jetzt erst recht“. Mit „Trashed“ (dt. Filmtitel „Weggeworfen“) gelang ihm 2012 in dem Genre Dokumentation ein großer Erfolg. Beachtlich auch, dass der Mime neben der Hauptrolle den Film selbst produziert hat. Ein Streifen über den globalen Müll. Irons Fragen: Wie entsteht er? Welche Auswirkungen hat er auf die Schöpfung „Mensch“, und was kann dagegen unternommen werden?

Gedreht wurde beispielsweise im Libanon auf einer illegalen Müllhalde. Tag für Tag wird hier das Mittelmeer verschmutzt. Um die Folgen von Dioxinvergiftungen deutlich zu machen, die eine unvermeidliche Folge der weltweiten Verbreitung von Plastik ist, reiste der 65-Jährige nach Vietnam. Dort kommen heute noch viele Kinder mit grauenhaften Missbildungen zur Welt, die auf die Entlaubungsaktion durch die amerikanischen Truppen im Vietnamkrieg durch das dioxinhaltige Agent Orange zurückzuführen sind.

Jeremy Irons ging das Thema mit derselben Akribie und Professionalität an, wie bei einem Blockbuster. Keine Effekthascherei. Gute Recherche, ehrliche Bilder, Lehrmaterial für den Zuschauer, mit Sequenzen, die entsetzlich weh tun.

Das Umwelt-Thema ist dem Briten wichtig. Letztes Jahr besuchte er das Europäische Parlament in Brüssel und bekannte dort bei einer Pressekonferenz, dass er ein leidenschaftlicher Mülltrenner sei: „Mit dem Mülltrennen ist es wie mit dem korrekten Parken in die Lücke. Es kostet etwas mehr Zeit, etwas mehr Mühe, aber es heißt auch, dass am Ende auch jeder andere parken kann.“

Kritiker werfen ihm Heuchelei vor. Begründen dies mit seinen pompösen Residenzen in Großbritannien. Nach dem Motto, wenn man so lebt, kann man es mit Umwelt- und Naturschutz nicht ernst nehmen.

Umweltschützer Irons hat wenig Zeit, über derartige Anfeindungen nachzudenken. Er ist ein workaholic des Films. Seine Frau und die beiden Söhne kommen dabei häufig zu kurz. Ein Filmprojekt jagt das andere. Bei einer Werbetour Ende letzten Jahres für den Streifen „Nachtzug nach Lissabon“ verriet er einem „Focus“- Journalisten: „Besonders in Deutschland hat sich ja viel getan. Ihr seid vorbildlich, was etwa die Mülltrennung betrifft.“

Sein Film „Weggeworfen“ wurde mehrfach ausgezeichnet und von den Medien hoch gelobt.

 

2 Bemerkungen

  • Beruflicher, finanzieller Erfolg und Engagement als Umweltschützer müssen sich nicht widersprechen. Es ist positiv, wenn sich erfolgreiche Menschen für die Umwelt und soziale Projekte engagieren. Das sich ein Jeremy Irons sogar zur Mülltrennung bekennt, ist umso positiver und auch ein Zeichen dafür, dass diese Themen wichtig sind und wir uns in einer Entwicklung der Neuorientierung befinden.