Bianca Jagger – mehr als nur Supermodel und Schauspielerin

Die gebürtige Nicaguaranerin hat sich nicht nur als ehemalige Ehefrau von Mick Jagger und Supermodel einen Namen gemacht. Auch als Menschenrechtsaktivistin und ihren unermüdlichen Einsatz für den Umweltschutz und soziale Gerechtigkeit hat sie sich einen Namen gemacht.

Bereits im jugendlichen Alter demonstrierte sie – beeinflusst durch das Engagement ihrer Mutter – gegen das Regime des Somoza-Clans in ihrer Heimat. Der Clan bestimmte zur damaligen Zeit von 1934 bis 1979 die Politik Nicaraguas durch diktatorische Gewalt. Zudem musste sie durch die Scheidung ihrer Eltern selbst erfahren, was es bedeutet, sich als alleinerziehende Mutter in einem patriarchalischen System zu behaupten. Nach dem sie im Alter von 16 Jahren ein Stipendium für die Pariser Universität Sorbonne erhalten hatte, studierte sie dort Politikwissenschaft. Doch nicht nur das Studium war ausschlaggebend für ihr späteres Engagement, auch die Lehren Gandhis und dessen gewaltloser Widerstand beeindruckten Bianca Jagger, weshalb sie mehrere Reisen nach Indien unternahm.

Mitte der 1980er-Jahre, nach der Hochzeit und acht Jahre späteren Trennung mit dem Frontsänger der Rollingstones Mick Jagger, verschrieb sie sich schließlich ganz dem Umweltschutz und der Achtung der Menschenrechte. Ausschlaggebend war hierfür ein Besuch ihrer Heimat in Zusammenarbeit mit dem Roten Kreuz, wodurch sie die anhaltende Brutalität und die Unterdrückung der Bevölkerung durch das Somoza Regime erfahren musste. Fortan arbeitete sie eng mit Menschrechtsorganisationen, wie Human Rights Watch oder Amnesty International zusammen und nutzte somit ihre Popularität, um auf die prekäre Lage in Südamerika, Bosnien oder Afghanistan aufmerksam zu machen.

Auch wissenschaftlich kann Bianca Jagger glänzen: Nachdem sie 1983 am Stonehill College in Massachusetts den Doktortitel für Geisteswissenschaften erlangt hatte, folgte 2008 der Doktor für Menschenrechte in Boston und schließlich 2010 der Doktor in Jura in London.

Mit der Gründung der „Bianca Jagger Human Rights Foundation“ im Jahre 2007 setzt sie sich auch mit den Themen des Klimawandels und Klimaschutzes auseinander. Durch Investitionen in die Forschung, der Durchführung von Medienkampagnen und der Teilnahme an Weltklimakonferenzen vertritt die Stiftung die Interessen für einen stärkeren Schutz der Umwelt und Natur und damit auch des Klimas.

Im Zuge dessen wurde beispielsweise auch der „Bianca Jagger Human Rights Foundation Award for Leadership“ an den Chef des so genannten Gamebey Clan des Volkes der Surui in dem Bundesstaat Rondônia (Brasilien) vergeben. Damit wird Almir Narayamoga Surui für seinen Einsatz zum Umweltschutz und dem Schutz seines Volkes geehrt. Denn die Surui Wälder sind, wie bereits ein großer Teil des Regenwaldes in Brasilien, durch Brandrodung und Raubbau bedroht. Der Häuptling kämpft nun mittels  Internet, GPS und Google Earth gegen die voranschreitende Zerstörung des Regenwaldes.

Angesichts ihres unermüdlichen Einsatzes ist es nicht verwunderlich, dass die ehemalige Schauspielerin mehr als nur zwei Auszeichnungen in den vergangenen Jahren erhalten hat: Ob 1997 den Green Globe Award von der „Rainforest Alliance“, drei Jahre später den „Champion of Justice Award“ oder im Jahre 2004 den „Right Livelihood Award“. Sie alle weisen auf das großartige Engagement des einstigen Supermodels hin und zeigen, was jeder Einzelne von uns für den Umweltschutz leisten kann.

 

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