Benno Fürmann – virtuos mit Bildern, Zitaten und geschriebenen Zeilen

„Ich würde so gerne in einem progressiven Land leben. In einem modernen Land. In einem Land, das den Anforderungen unserer Zeit gerecht wird und Verantwortung übernimmt“, so der Schauspieler Benno Fürmann in einem sehr couragierten Artikel im Handelsblatt zur Bundestagswahl im September 2013.

Den Menschen Benno Fürmann zu beschreiben fällt schwer. Zunächst einmal ist er bekannt als Akteur vor der Kamera. Im Jahre 2000 zusammen mit Franka Potente in „Anatomie“ der Durchbruch. An der Seite von Heath Ledger, drei Jahre später, sein Hollywood-Debüt. Und gerade sieht man ihm im Kino in der Rolle des Journalisten Ulrich Chaussy in Oktoberfest – Das Attentat.

Fürmann ist aber auch ein Typ, der sagt, was er sich denkt. Und er hat verdammt viel zu sagen, als Botschafter für den Welt-AIDS-Tag, als Aufklärer bei dem Verein Junge Helden über Organspenden und als Aktivist von Amnesty International.

  • Das könnte Sie auch interessieren:
  • Schauspieler, Dokumentarfilmer, Umweltaktivist, Bestsellerautor: Hannes Jaenicke
  • Vom Laufsteg in die Slums: Top-Model Eva Padberg
  • Hip-Hopper und Umweltschützer: Thomas D

„Menschenrechte gehen uns alle an“, so der 42-Jährige bei einer Schulveranstaltung in Berlin. Wie jeder Schauspieler ist der Vater einer zehnjährigen Tochter oft drei, vier Monate bei Dreharbeiten. In der Zeit lese er kaum Zeitung und lebe quasi auf einem anderen Planeten.

„Die Phasen zwischendurch möchte ich dann nutzen und nicht nur auf der Couch rumsitzen.“ 2010 war wieder so eine Phase. Dreh eines Spots „Mit Dir sind wir viele“ zusammen mit David Garrett und anderen Testimonials für die „Vereinten Nationen“. Eine Aktion, die den Druck auf die Politik erhöhen soll, ihr Versprechen aus dem Jahre 2000, nämlich Armut und Hunger bis 2015 zu verringern, einzulösen.

2012 wieder Flucht von der Couch. Ziel dieses Mal: Der Südsudan. In die Flüchtlingslager in Upper Nile, um sich ein Bild vom Ausmaß der Krise zu machen und Aufmerksamkeit für die Notlage der Flüchtlinge zu wecken. Männer, Frauen und Kinder leben dort, die von den Kämpfen im Grenzgebiet geflohen sind. Neben den Bombardements ist Hunger der Hauptgrund für die Flucht. In den Lagern lebten ungefähr 180.000 Menschen. Der Künstler ist beeindruckt von der Arbeit der UNHCR-Helfer, „die unter Hochdruck gegen Windmühlen kämpfen, Tag für Tag es schaffen, Menschen vor dem Tod zu bewahren und ihnen das Lebensnotwendige zukommen zu lassen“.

September 2013 „Wort zur Wahl“ von Benno Fürmann im Handelsblatt: Fast virtuos beackert der Schauspieler in dem Artikel alle Bereiche, die unter den Nägeln brennen. Umwelt- und Tierschutz, das komplexe Thema Energiewende, unser Konsumverhalten, aber auch die Flüchtlingspolitik. Der Leser merkt, Fürmann bezieht sein Wissen um die Zusammenhänge aus den vielen Reisen. Bezeichnet das politische Handeln hierzulande als Vogel-Strauß-Politik. Er schreibt sich förmlich in Rage bei der deutschen Klimapolitik: „Wir fahren Auto mit Bio-Sprit von Agrar-Anbauflächen – bei einer Milliarde Hungernden weltweit eine Schande!“ Lobt eigenverantwortliches Handeln. All die Initiativen von Genossenschaften und Bürgern, die durch Betreiben von Solaranlagen und Energieparks ihre eigenen Energiewirte seien, übernehmen bereits Eigenverantwortung. Und genau das bräuchten wir.

Das Essay wird mit einer Frage abgeschlossen: „Ist das wirklich alles, was wir drauf haben?“

 

 

Add comment