Arnold Schwarzenegger – Kreuzzug für den Umweltschutz

Würde es die posenden, aufgepumpten Männer nicht geben, hätte man wahrscheinlich nie von Arnold Schwarzenegger gehört. Der gebürtige Steirer ist untrennbar mit dem Bodybuilding-Sport verbunden. Das Gewichte-Stemmen ebnete dem Österreicher eine unvorstellbare Karriere. Mit 20 Jahren ging Arnie nach den ersten internationalen Erfolgen, ohne ein Wort Englisch zu sprechen, in die USA.

In den 70er und 80er Jahren wurde dem Kraftsport in der Öffentlichkeit viel Beachtung geschenkt. Schwarzenegger, durch seine imposante Erscheinung, war das Maß aller Dinge. Natürlich ließ Hollywood nicht lange auf sich warten. Neben Sylvester Stallone und Bruce Willis formte er ein neues Genre – den Actionfilm.

Die politische Karriere des populären Filmstars begann Ende der 90er Jahre und erlangte ihren Höhepunkt im Jahr 2003, als er zum Gouverneur von Kalifornien ernannt wurde. Mit seiner Wahl passierte etwas, was viele Amerikaner nicht für möglich gehalten hätten. Die steirische Eiche führte den bevölkerungsreichsten Staat der USA und den zwölftgrößten Emittenten an Klimagasen auf der Welt, in eine „grüne“ Jahrtausendwende hinein.

Umweltthemen hätten ihn früher nicht allzu sehr beschäftigt, erklärte der Ex-Gouverneur vergangenes Jahr in einer Diskussion in der Wiener Nationalbibliothek. „Ich habe die Möglichkeit, mich hier auch aggressiv einzusetzen, genutzt als ich Gouverneur wurde.“ 2008 reichte Kalifornien neben 15 weiteren Bundesstaaten eine Klage gegen eine Entscheidung der US-Umweltbehörde (EPA) ein. Die EPA hatte eine gesetzliche CO2-Obergrenze für Autos abgelehnt. „Schwarzenegger gegen Washington“ war deshalb so beeindruckend, weil im Weißen Haus der republikanische Parteifreund George W. Bush regierte. Bushs Statement, verbindliche Abbauziele für die Treibhausgase seien schädlich für die US-Wirtschaft, quittierte der erste Mann des Sonnenstaates im TV mit den Worten, „…nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein“.

Das knapp 424 Quadratkilometer große Kalifornien bezieht heute über 35 Prozent aus erneuerbaren Energien und besitzt einige der größten Solaranlagen der Welt. Gesetzesinitiativen wie das Global Warming Solutions, das Investitionsprogramm A Million Solar Roofs Plan und die Sustainia Initiative, eine Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen zur Förderung und Nutzung von erneuerbaren Energien, sind einige von Schwarzeneggers größten umweltpolitischen Errungenschaften.

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Bis 2011 war der 66-Jährige politischer Führer Kaliforniens. Als er aus dem Amt ausschied, widmete er sich wieder der Schauspielerei. Seinem „grünen“ Weg blieb er treu. Wann immer die Möglichkeit besteht, fährt er mit seinem wasserstoffbetriebenen Hummer vor. „Ja, ich gebe zu, dass ich derzeit auf einer Art Kreuzzug bin“, so der ehemalige Politiker in einem Interview für die Wirtschaftswoche 2013 und meint weiter: „Nämlich die Menschen davon zu überzeugen, dass sie etwas für die Umwelt und das Klima tun können.“

 

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