Die Covid-19 Pandemie – Was können wir Menschen daraus lernen?

In Zeiten von Covid-19 scheinen Solidarität und Hilfsbereitschaft den Menschen wichtiger als im Alltag. Welche positiven Veränderungen können wir in die Zeit nach Corona mitnehmen?

Die weltweite Covid-19 Pandemie hat unser Leben in den letzten Wochen massiv verändert. Und damit auch die Erde. Während die Auswirkungen auf unsere Freiheit und unser Sozialleben eher negativ sind, erholt sich die Natur gerade. Und auch bei den Menschen gibt es positive Veränderungen. Doch wie wird es nach Corona weitergehen? Was können wir in die Zeit danach mitnehmen? Was können wir daraus lernen? 

Diejenigen, die bei Lesen der Überschrift gedacht haben, jetzt fängt der schon wieder mit Zoonosen, Veganismus und den Tieren an, kann ich beruhigen. In diesem Text soll es nicht um Zoonosen und Massentierhaltung gehen. Obwohl das ein wichtiger Aspekt ist. Ein sehr wichtiger sogar. Indem wir die Massentierhaltung beenden, könnten wir das Risiko kommender Zoonosen deutlich verringern. Doch heute möchte ich viel mehr darauf eingehen, welche positiven Lehren wir aus dieser weltweiten Krise ziehen könnten.

Covid-19 hat die Erde verändert

Die Pandemie betrifft so gut wie jeden Menschen rund um den Globus. Wir alle mussten uns ändern. Das hat auch für die Umwelt eine Veränderung gebracht. Leere Autobahnen, weniger Flüge und stillstehende Fabriken, haben für sauberere Luft und sinkende Emissionen gesorgt. Weniger Menschen waren unterwegs, ob auf der Straße oder in der Natur. In den sozialen Netzwerken werden Fotos gepostet, auf denen Tiere wieder in ihre Lebensräume zurückkehren. Der Planet erholt sich, während die Menschheit mit der Pandemie beschäftigt ist.

Auch im Miteinander hat sich einiges geändert, während dieser Wochen im Ausnahmezustand. Viele Menschen scheinen sich zurückzubesinnen. Auf das, was wirklich wichtig ist. Sei es das größere Wertschätzen der Natur oder der Umgang miteinander – die aktuelle Krise hat bei vielen offenbar zu einer Art Erwachen geführt. Zu einem Erkennen des Wesentlichen. Leute, die bisher kaum einen Blick dafür hatten, sprechen von der Schönheit der Natur. Oder darüber, wie wichtig der Schutz anderer Lebewesen sei.

Hilfsbereitschaft und Solidarität in Krisenzeiten

Viele versuchen anderen, teilweise völlig Unbekannten, eine Freude zu machen. In Italien singen die Menschen auf ihren Balkons. In den sozialen Netzwerken bieten Freiwillige anderen Leuten ihre Hilfe an. Obwohl ich Personen auch häufig die Straßenseite wechseln sehe, wenn ich, als jemand mit Heuschnupfen, ein Taschentuch aus der Jeans ziehe – im Allgemeinen habe ich eher den Eindruck, als wären die Leute freundlicher und würden mehr aufeinander Rücksicht nehmen. Ihr Gegenüber häufiger anlächeln. Die aktuelle Situation scheint in uns Solidarität und Hilfsbereitschaft zu wecken. Mir zeigt das, dass wir eine sehr soziale Spezies sind und wir in Krisenzeiten enger zusammenrücken.

Aber warum eigentlich nur dann?

Doch dann frage ich mich: Warum eigentlich nur in Krisenzeiten? Muss es tatsächlich eine weltweite Pandemie geben, um als Spezies zusammenzurücken? Könnten wir nicht auch in Zeiten nach Corona versuchen, zumindest etwas von der Solidarität und Freundlichkeit beizubehalten? Klar, der Alltag wird schnell wieder einkehren und für viele die normalen Alltagsprobleme mit sich bringen. Dennoch hoffe ich, wir werden auch danach noch daran denken, dass es andere Menschen gibt, denen es schlechter geht als uns selbst. Und, dass wir denen auch dann noch freiwillig unsere Hilfe anbieten. Ich hoffe, unsere positive Verhaltensänderung wird auch anhalten, nachdem die unmittelbare Gefahr von Covid-19 vorüber ist.

Klimawandel: Die Krise, die kaum interessiert

Aber muss eine Gefahr eigentlich so unmittelbar und deutlich erkennbar sein, damit wir unser Verhalten ändern? Die globale Erwärmung – ein Thema über das momentan keiner mehr zu sprechen scheint – ist eine große Bedrohung für unsere Spezies. Ohne Übertreibung eine sehr viel größere als Covid-19. Doch für den Kampf gegen den Klimawandel scheint sich keiner ändern zu wollen. Und ich denke, ich verstehe warum. Weil die von der Erderwärmung ausgehende Gefahr zu abstrakt ist. Die wenigsten Menschen sehen sich unmittelbar davon gefährdet. Weil sie es tatsächlich nicht sind. Unser Leben ist nicht direkt bedroht.

Doch unsere Spezies ist es, wenn wir so weitermachen wie bisher. Wir sollten also genauso bereit sein, unser eigenes Verhalten im Kampf gegen den Klimawandel zu ändern, wie wir es momentan beim Kampf gegen Corona sind. Wir sollten auch unbequemen Maßnahmen gegen den Klimawandel nicht ablehnend gegenüberstehen. Denn langfristig sind die Gefahren für uns als Spezies, sowie für viele andere Lebewesen auf der Erde, sehr groß.

Was bleibt, wenn die Pandemie überstanden ist?

Viele Menschen sprechen gerade darüber, wie sauber die Luft ist, wie gut es ist, dass Fabriken stillstehen und die Treibhausgasemissionen sinken. Doch was wird, wenn die Pandemie überstanden ist? Wir lassen alles wieder anlaufen, fahren wieder viel mehr, fliegen wieder, verschmutzen den Planeten wieder wie immer. Die Erholungspause, die der Erde und vielen Lebewesen momentan vergönnt ist, wäre dann nichts weiter als das: Eine kurze Pause. Doch ohne langfristigen Effekt. Die Tiere werden weiter aus ihren natürlichen Lebensräumen verdrängt, Gewässer verschmutzt, Treibhausgase in die Atmosphäre geblasen und Schadstoffe verschmutzen dann weiter die Luft.

Wir sehen doch, wie gut es dem Planeten gerade tut, dass wir als Spezies eine deutlich langsamere Gangart eingelegt haben. Und wie gut es auch uns in einigen Bereichen zu tun scheint. Wie können wir das Positive mitnehmen in eine Zeit danach? Können wir das überhaupt? Oder, wird alles einfach wieder so weiter gehen wie vorher? Ist bald alles wieder vergessen? Business as usual?

Ich bin kein naiver Träumer, der denkt, bald wird sich alles auf wundersame Art und Weise ändern. Tatsächlich bin ich nicht einmal ein Optimist. Wenn ich völlig ehrlich bin, denke ich, nach der Corona-Krise wird sich was unseren Umgang mit der Natur, anderen Lebewesen gegenüber und auch dem Verhalten untereinander nichts großartig ändern. Doch ich hoffe wirklich, ich täusche mich.

Ein positives Fazit

Zumindest glaube ich, es hat vielleicht einigen Menschen die Augen geöffnet. Die Augen dafür, was wirklich wichtig ist im Leben. Es hat uns außerdem die Möglichkeit gegeben, Probleme wie Massentierhaltung, Umweltverschmutzung, Klimawandel und Artensterben erneut und einem viel breiteren Publikum näher zu bringen. Und selbst, wenn die meisten davon nach der Pandemie wieder zurückgehen in ihr altes Leben. Ich hoffe, einige Menschen werden ihr Verhalten überdenken. Es vielleicht sogar ändern. Vielleicht weniger Fleisch essen, weniger Plastikverpackungen nutzen. Und einer alten Frau bei ihren Einkäufen helfen. Dann wäre von der weltweiten Covid-19 Pandemie zumindest etwas Positives geblieben.

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