8 Tage für Nachhaltige Entwicklung – UN HLPF

Das High Level Political Forum für nachhaltige Entwicklungen findet in den Vereinten Nationen in New York statt
Das High Level Political Forum für nachhaltige Entwicklungen findet in den Vereinten Nationen in New York statt

Vom 9. bis 18. Juli findet im Hauptquartier der Vereinten Nationen in New York das UN High Level Political Forum for Sustainable Development statt. Die jährlich stattfindende Konferenz ist die größte Plattform für nachhaltige Entwicklung in den Vereinten Nationen und spielt eine zentrale Rolle für die Beobachtung des Vorschritts der Agenda 2030.

Das High Level Political Forum for Sustainable Development (HLPF) findet jährlich für acht Tage im Rahmen des Economic and Social Council (ECOSOC) in New York statt. Das Treffen wurde 2013 ins Leben gerufen und ersetzte somit die Commission on Sustainable Development, die es bereits seit 1993 gab.

Das Thema des HLPF dieses Jahres lautet „Wandlung zu nachhaltigen und widerstandsfähigen Gesellschaften“. Jedes Jahr wendet sich das Forum  an spezifische Ziele der „Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“ zu. Die Agenda 2030 ist ein auf UN-Ebene entstandener Plan, in dem bis 2030 insgesamt 17 Nachhaltigkeitsziele ausgerufen wurden, die sogenannten Sustainable Development Goals oder auch „SDGs“. Die 17 Ziele beinhalten wiederum 169 Vorgaben, die für die nationale Implementation im Detail verantwortlich sind.

5 Dimensionen der Agenda 2030

Allgemein befinden sich die Ziele in den Bereichen Wirtschaft, Soziales und Umwelt. Sie sollen Veränderungen in den Dimensionen erreichen, die in der Generalversammlung als kritisch für die Entwicklung einer globalen Gesellschaft identifiziert wurden.

Menschen: Die Beendigung von Hunger und Armut in der Welt sowie die Gewährleistung von Würde, Gleichheit und einer gesunden Umgebung für alle Menschen.

Planet: Der Schutz unseres Planeten durch nachhaltigen Konsum und Produktion, nachhaltige Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen und die dringliche Handlung gegen den Klimawandel.

Wohlstand: Wirtschaftlicher, sozialer und technologischer Fortschritt in Einklang mit Umwelt und Natur.

Frieden: Die Entstehung friedlicher, gerechter und inklusiver Gesellschaften.

Partnerschaft: Die Mobilisierung der nötigen Mittel für die Agenda im Geiste einer gestärkten globalen Solidarität, insbesondere mit Fokus auf die Bedürfnisse der ärmsten und gefährdetsten Mitglieder.

High Level Political Forum 2018

Dieses Jahr sind Ziele 6, 7, 11, 12, 15 und 17 an der Reihe. Dabei geht es um das Management von Wasser und sanitären Anlagen, den Zugang zu modernen Energien, inklusive und sichere Städte, Produktions- und Konsummuster, den Schutz und die Wiederherstellung natürlicher Ökosysteme sowie die Stärkung der Mittel für die Umsetzung sowie der Globalen Partnerschaften (wird jedes Jahr miteinbezogen). Natürlich alles im Sinne der Nachhaltigkeit.

Während der ministeriellen Treffen der Konferenz haben sich 47 Länder bereit erklärt, ihren freiwilligen nationalen Bericht zur Implementation vorzutragen. Jedes Jahr berichten verschiedene Länder freiwillig über ihren Fortschritt. Die Liste aller 47 Staaten für dieses Jahr finden sie hier.

Side-Events zu verschiedenen Themen

Während des HLPF finden unzählige Seiten-Events in den Räumlichkeiten in und um das Hauptquartier der Vereinten Nationen statt. So wie die nationalen Delegationen die Erfolge ihrer Länder vorstellen, so tun ihnen das zahlreiche Organisationen, Unternehmen und Projekte gleich, die im Rahmen der Agenda 2030 für eine nachhaltige Entwicklung arbeiten.

Einer dieser Events fand am Dienstag den 10 Juli zum Thema „Space for Sustainable Development” statt. Der dazugehörige Empfang eröffnete gleichzeitig eine neue Ausstellung im Besucherbereich des UN-Gebäudes. Mit Sprechern der Europäischen Weltraumorganisation (ESA), der Europäischen Kommission (EC) und dem United Nations Office for Outer Space Affairs (UNOOSA) wurde auf die großen Möglichkeiten der Raumfahrttechnologie für nachhaltige Entwicklung hingewiesen.  Das Motto lautete „My Planet, My Future“.

Technologischer Fortschritt – geringe Außenwirkung

Die Technologie, so die Sprecher, helfe unter anderem dabei, den Klimawandel und die Verschmutzung unseres Planeten zu überwachen, landwirtschaftliche Nutzflächen zu optimieren, Wüstenbildung und Dürren vorherzusehen, auf Umweltkatastrophen zu reagieren, Karten zur besseren Reaktion auf Krankheits- und Gesundheitsrisiken zu erstellen, „Smart-Cities“ und das Transportwesen zu optimieren und sogar Geschlechterneutralität zu unterstützen.

Die zahlreichen ausgestellten Projekte, Innovationen und Erfolge im Bereich nachhaltiger Entwicklung, die im Moment die Gänge und Lobbies der Vereinten Nationen überfluten sind durchaus erfreulich. Kritisch zu betrachten sollte man jedoch die relativ begrenzte Außenwirkung. Man könnte sogar behaupten, die mit viel Aufwand erstellten Ausstellungen seien innerhalb des begrenzt zugänglichen UN-Gebäudes fast verschwendet. Eine Möglichkeit wäre zum Beispiel  eine Wanderausstellung, die sich an öffentlichen Plätzen orientiert.