Gartenzwerge im Naturkundeunterricht

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Gute Nachrichten für Münchner Schulkinder in den Grundschulen an der Dachauerstraße,  in der Maxvorstadt und an der Guldeinstraße im Westend. Für sie bringt das neue Schuljahr nicht nur Unterricht in Mathe, Deutsch und Erdkunde, sondern auch Buddeln, Anbauen und Ernten in den neu angelegten Schulgärten. Gemeinsam mit der Umweltorganisation Green City e.V. begrünen sie im Rahmen des Projekts „MINI-Grünpaten“ karge Schulflächen und verwandeln sie in bunte Beete.

Mit der langfristigen Pflege der neuen Grünflächen sollen die Schüler ein Verantwortungsgefühl für gemeinschaftlichen Raum entwickeln, Kenntnisse über Natur und Gartenarbeit erwerben und ihre sozialen Kompetenzen stärken. Parallel zur Bepflanzung finden Workshops statt, bei denen die Schüler beispielsweise den Lebensraum von Regenwürmern unter die Lupe nehmen.

Ziel des neuen Projektes ist es, das Schulgelände dauerhaft aufzuwerten und den Kindern auf spielerische Weise die komplexen Zusammenhänge von Ökosystemen und Umweltschutz sowie die Bedeutung von Nachhaltigkeit zu vermitteln.

„MINI-Grünpaten“ wird vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz und dem Bezirksausschuss Maxvorstadt gefördert. Es ist eine Weiterentwicklung des Projekts „Grünpaten“, mit dem Green City e.V. seit 2011 engagierte Bürger dabei unterstützt, verwahrloste, öffentliche Flächen in der Nähe ihres Wohn- oder Arbeitsortes zu bepflanzen.

„Schulgärten sind spezielle Lernorte“, erklärte Bayerns Umweltminister Marcel Huber bereits im Mai bei einem Interview mit der dpa. „Unsere heimische Natur, die Artenvielfalt und die Kulturlandschaft werden durch sie erlebbar.“ Denn vor allem in den Städten sind die Bauernhöfe und Felder weit weg. Dabei ist das Verantwortungsbewusstsein für Natur und Umwelt eines der obersten Bildungsziele des Freistaates. Allein in München gibt es deswegen 120 Schulgärten, so der Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt.

Stadtkindern die Natur schmackhaft machen
In vielen Schulgärten wird jeden Monat eine andere Obst- oder Gemüsesorte erklärt. Im Garten des Tillmann Kinder- und Jugendhauses beispielsweise geht es gleich hinter dem Basketballplatz zu den dort angelegten Hochbeeten. In Zusammenarbeit mit der BayWa-Stiftung wurde hier ein Schulgarten ins Leben gerufen, damit die Schüler praktische Erfahrungen mit dem Anbau von Nahrungsmitteln sammeln.

„Vor allem die Ernährungsgewohnheiten der Kinder zu Hause sind anders», erklärte Alois Buchinger, Direktor des Kinderhauses im Gespräch mit der dpa. „Viele Kinder kommen ohne Frühstück in die Schule oder essen sonst nur Fertigprodukte.“ Hier kann ein Schulgarten einen direkteren Bezug zur gesunden Ernährung schaffen. Durch die Erfahrung mit dem Schulgarten sollen die Kinder lernen, dass Nahrungsmittel wertvoll sind und viel Zeit in Pflege und Ernte investiert wird, bevor eine Tomate auf der Pizza landet. Damit soll einer Nahrungsmittelkultur der Gleichförmigkeit begegnet und mehr Bewusstsein für die Natur und gesunde Ernährung geschaffen werden.

Daneben müssen die Schüler mit der regelmäßigen Pflege der Beete Verantwortung übernehmen. Außerdem, welches Kind buddelt nicht gerne in Erde und erntet selbst gepflanzte Leckereien, statt nur im Kassenzimmer zu sitzen.

Übrigens: Schon jetzt können sich Schulen für „MINI-Grünpaten“-Projekte im nächsten Jahr bei Green City e.V. bewerben: silvia.gonzalez@greencity.de und (089) 890 668 -314.

 

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