G7: Gabriel will vom Energiewende-Modell überzeugen

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Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel diskutiert seit gestern beim zweitägigen Treffen der G7-Energieminister in Hamburg über die Sicherung einer langfristigen und wettbewerbsfähigen Energieversorgung. Im Fokus stehen Energieträger, die zu einer verbesserten nachhaltigen Energiesicherheit beitragen. Dabei soll das deutsche Energiewende-Modell anderen Mitgliedsstaaten als Vorbild dienen, so hofft Gabriel. Doch wie bereits im letzten Jahr geht es wohl auch wieder um russisches Gas.

Das Treffen in Hamburg unter dem Titel „Sustainable Energy Security“ ist eine Vorbereitung auf den G7-Gipfel im Juni in Schloss Elmau in den bayerischen Alpen. Gabriel will während der zweitägigen Veranstaltung, anders als im vergangenen Jahr, deutlich mehr über alternative Energieversorgung sprechen. So ging es 2014 vor dem Hintergrund der Ukraine-Krise vorrangig um die Versorgungssicherheit der russischen Gasimporte.  Jetzt suchen die G7-Energieminister Alternativen. Für Gabriel liegen die vor allem in den Erneuerbaren.

„Bei unserem letzten Treffen in Rom haben wir vor dem Hintergrund der Krise zwischen Russland und der Ukraine vor allem Fragen der Gasversorgungssicherheit erörtert“, sagte Gabriel im Vorfeld. „In diesem Jahr möchte ich den Fokus erweitern und alle Energieträger in den Blick nehmen, die zu einer nachhaltigen Energiesicherheit beitragen. Im Mittelpunkt stehen die Themen Energieeffizienz, innovative Technologien wie Offshore-Windenergie und die Sicherheit von Stromsystemen mit hohem Anteil von erneuerbaren Energien.“

Bei der gestrigen Eröffnung sagte Gabriel, zur Sicherung einer langfristigen, wettbewerbsfähigen und nachhaltigen Stromversorgung müsse eine Lösung gefunden werden, die umweltfreundlich sei, aber gleichzeitig Wachstum und Wohlstand nicht gefährde: „Nur wenn wir das schaffen, werden uns andere folgen.“

Gabriel will die westlichen G7-Staaten vom deutschen Energiewende-Modell überzeugen. So möchte Deutschland, das derzeit den G7-Vorsitz hat, auch einen Beitrag zum Gelingen der Weltklimakonferenz im Dezember in Paris leisten. EU-Energie-Kommissar Miguel Cañete ermahnte die G7-Staaten zu schnellem Handeln: „Wir brauchen ein anspruchsvolles Abkommen dieses Jahr.“ Paris sei eine einzigartige Chance. Auch der amerikanische Energieminister Ernest Moniz unterstrich die Bedeutung des Klimagipfels in der französischen Hauptstadt, wies aber auch auf die Herausforderungen hin, die in den nächsten sechs Monaten noch zu lösen seien. „Wir brauchen eine starke internationale Antwort.“ Neben dem Klimaschutz dürfe die Energiesicherheit nicht aus dem Blick verloren werden, sagte Moniz unter Verweis auf die Russland-Ukraine-Krise.

Neben einem Empfang im Hamburger Rathaus und der Einweihung des Offshore Windparks „Nordsee Ost“ in der Nordsee stehen für die G7-Energieminister mehrere Arbeitssitzungen und eine Abschlusspressekonferenz auf dem Programm. 

Die angereisten Minister waren am Montag in Hamburg von rund 60 Demonstranten empfangen worden. Die Aktivisten hatten sich mit Masken der G7-Staatschefs verkleidet und lautstark einen schnellen Kohleausstieg gefordert.

Quellen: dpa / BMWi

 

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