Freie Fahrt für Stromtanker

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Tesla Ladestationen Deutschland Ausbau Verordnung
Tesla Ladestationen Deutschland Ausbau Verordnung

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) ist überzeugt: Die Elektromobilität ist der Schlüssel für die Energiewende im Verkehrssektor. Damit jedoch möglichst viele Menschen von der Nutzung von E-Autos überzeugt werden, bedarf es einer flächendenkenden und einfach anwendbaren Lade-infrastruktur.

Bei dem Ausbau der neuen Ladesäulen ist vor allem eines wichtig: dass für das Tanken und das Bezahlen Standards gelten, die in der Europäischen Union einheitlich sind. Bereits im vergangenen Jahr legte die Bundesregierung mit der Ladesäulenverordnung fest, dass alle neu errichteten Tankstellen in der EU einheitliche Stecker verwenden müssen.

Nun folgt ein weiterer wichtiger Schritt: Die Bezahlung des Stroms muss für die Kunden einfacher gestaltet werden. Bisher musste jeder Kunde einen langfristigen Stromliefervertrag mit einem Energiedienstleister abgeschlossen haben – jedes Laden war daher vertragsbasiert. Künftig sollen diese Verträge jedoch überflüssig werden – öffentlich zugängliche Ladestationen müssen auch ohne Stromlieferverträge für jeden Kunden bereit stehen.

Gleichzeitig müssen die Betreiber mindestens eine der drei Zahlungsoptionen für seine Kunden anbieten: Bargeld, EC- oder Kreditkarten oder die Zahlung per Smartphone. Die Änderung der Verordnung benötigt noch die Zustimmung des Bundesrats, doch bereits im Sommer soll die neue EU-Richtlinie über den Aufbau der Infrastruktur für alternative Kraftstoffe (AFID) in deutsches Recht umgewandelt werden.

Unterdessen steigt die Zahl der Stromtankstellen in Deutschland: Mit 7.407 öffentlich zugänglichen Ladestationen (Stand: 31.12.2016) sind es 1500 mehr als im Vorjahr 2015. Bis zum Jahr 2020 fördert die Bundesregierung den Ausbau von elektrischen Ladestationen mit 300 Millionen Euro. Inzwischen wurden mehr als 1100 deutsche Städte und Gemeinden mit elektronischen Tankstellen ausgestattet. Berlin liegt mit über 500 Ladesäulen vorn, darauf folgen Stuttgart mit knapp 400 und Hamburg mit knapp 300 Stationen.

© Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V.

Unterdessen stellt die Bundesregierung seit Mitte 2016 4.000,- Euro  für jedes neu gekaufte Elektroauto bereit. Für Plug-In-Hybride gibt es 3.000,- Euro. Anträge, die für die Prämie benötigt werden, können noch bis Anfang 2019 bei dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle gestellt werden.

Unterdessen kann Tesla beeindruckende Erfolge im Automobilmarkt vorzeigen. Im Zeitraum von Januar bis März stieg die Auslieferung in diesem Jahr um 69 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Für die Produktion im Jahr 2018 prognostiziert das Unternehmen eine Produktion von einer halben Millionen Autos.

Quellen
BMWi
Handelsblatt
Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V.