Formel E – Elektromotoren erobern den Motorsport

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Elektromobilität - Formel E
Elektromobilität - Formel E

Formel E. Der Begriff erinnert eher an den Inhaltsstoff eines Haarwaschmittels. Aber nein, es handelt sich hier um das elektrische Pendant zur Formel 1. Statt Benzin im Motor zu verbrennen, treibt hier eine Batterie den Elektromotor an. Folglich fehlen der typische Motorölgeruch sowie der ohrenbetäubende Lärm aus der Formel 1. Die rasenden Formel E-Fahrzeuge hören sich eher nach einem fliegenden Ufo oder Düsenjäger an.

Formel E spaltet die Lager
Viele Formel 1-Fans können schon aus diesem Grund nichts mit der Formel E anfangen. Doch was beispielsweise Niki Lauda als unsinnig empfindet, begeistert gerade die jungen Leute. Zudem kann die Formel E eine weitere Klientel vorweisen, die sich bisher nicht für den Automobilsport interessierte: Viele Familien kamen Ende Juni dieses Jahres zum letzten Rennen der Formel E nach London. Und die Besucherzahlen können sich für die erste Saison sehen lassen. Übrigens gibt es auch Rennfahrerinnen, die an den Start gehen. Zudem sind bekannte Gesichter aus der Formel 1 wie Nick Heidfeld und Jacques Villeneuve dabei. Als einziges deutsches Team ist ABT Audi Sport an der Formel E beteiligt.

Das ist zwar gewöhnungsbedürftig, aber leiser.

Entwicklung der Formel E
Erst gab es den Versuch, die Formel 1 von innen ‚grüner‘ zu machen. Das hat aber nicht wirklich funktioniert. Also kam der spanische Unternehmer Alejandro Agag auf die Idee, eine eigene Rennserie zu entwickeln. Er war selbst einmal Rennfahrer und sieht in Elektrofahrzeugen die Zukunft des Motorsports. Denn mit einem Elektromotor gewinnt der Rennfahrer, der die Fahrt am energieeffizientesten gestaltet. Es ist zwar eine Geschwindigkeit von 225 Kilometern pro Stunde möglich. Doch die Kapazität der Batterie beträgt nur 28 Kilowattstunden. Diese sollte überlegt eingesetzt werden, wenn man nicht auf der Strecke bleiben will.

In der ersten Saison waren die Elektroautos einheitlich. So blieb es beim letzten Rennen in London spannend. Denn bis zuletzt war nicht klar, wer gewinnt.

Das Herzstück ist die Batterie
Momentan wird noch Glycerin als Brennstoff genutzt. Dieser treibt den Generator an, der wiederum die Batterien auflädt. Alejandro Agag hat aber das Ziel, die Batterien in naher Zukunft mit Sonnenenergie zu tanken.

Aber die größte Herausforderung der Formel E ist und bleibt der Akku. Denn Leistung und Dauer müssen in jedem Fall noch gesteigert werden. Nach einer Fahrt von rund 25 Minuten sind die Batterien leer und die Fahrer steigen in ein zweites, geladenes Auto um. Das Auto zu laden, würde natürlich zu lange dauern. Wenn die Leistung in ein paar Jahren hoch genug sein wird, müssten auch keine Autowechsel mehr stattfinden.

Nachhaltigkeit in der Formel E
Da zwischen den Rennen genug Zeit ist, können die Fahrzeuge mit dem Schiff und Zug transportiert werden. Zudem finden die Rennen in dem Zentrum von Großstädten statt. So können Zuschauer mit den öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen. In der Stadt nimmt die Rennstrecke dann 2,5 bis drei Kilometer in Anspruch.

Auch beim Rennen selbst spielt Nachhaltigkeit eine Rolle: Die letzte Fahrt in London nutzte beispielsweise 26 Solarmodule, um die Sicherheitsfahrzeuge sowie Krankenwagen zu laden. Selbst die Bildschirme, Aufladestationen und Scanner der Tickets waren solarbetrieben.

Ausblick
Am 17. Oktober geht es in Peking in die nächste Saison. Mit der neuen Rennserie fördert Alejandro Agag in jedem Fall die Weiterentwicklung der Elektromotoren. Denn mit jeder Saison dürfen die Ingenieure innovationsfreudiger sein. So ist für die kommende Saison der Antrieb freigegeben. Das heißt, Motor und 

Getriebe entwickeln die Teams selbst. Ab der dritten Saison darf dann auch an der Batterie herumgebastelt werden.

Denn auf längere Sicht möchte Agag auch andere Möglichkeiten, einen Elektromotor zu betreiben, einschließen – wie den Brennstoffzellenantrieb oder Superkondensatoren: Wie bei der Formel eins können letztere die Bremsenergie einspeisen und bei Beschleunigung wieder liefern. Vielleicht wird dann gerade der Rennsport die Elektroautos revolutionieren. Das wäre eine interessante Wendung für eine Branche, die bisher eher für ihre Energieverschwendung bekannt ist.

Jenny Lohse

Herangezogene Quellen: 
greenpeace magazin 4.15 ‚GRÜNER RASEN‘
Guardian

 

One Response

  1. Martin

    20. August 2015 16:45

    Ein sehr interessanter Beitrag. Es ist immer wieder erfrischend, welche Vielfalt an Themen man in diesem Magazin findet, und lehrreich ist es allemal. Mich würde mal interessieren, ob es schon ein Formel E Rennen in Deutschland gibt. Auf jeden Fall ist die Formel E ein interessanter Ansatz, dem ich viel Erfolg wünsche.

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