Figueres glaubt nicht an eine Zukunft für fossile Energien

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Die Erdölförderung wird zunehmend unprofitabler

Vom 19. bis 22. Januar fand in Abu Dhabi der „World Future Energy Summit 2015“ statt. Unternehmen aus der Energiebranche stellten dort ihre neuesten Projekte und Innovationen vor und Experten hielten Vorträge zu den Themen Erneuerbare Energien und Klimaschutz. Aber auch über die Zukunft der fossilen Energieträger wurde dort viel diskutiert. Denn neben den zahlreichen Vertretern der regenerativen Energiebranche waren auch Politiker und Unternehmer vor Ort, die der fossilen Energieerzeugung weiterhin den Rücken stärken und auch künftig Geld in diese Branche investieren wollen.

Genau an diese Personen richtete sich Christiana Figueres, die Generalsekretärin des Sekretariats der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC) in einer Rede. Laut dem Nachrichtenmagazin „WiWo Green“ sagte sie: „Investoren versenken ihr Geld in fossilen Energieprojekten. Das ist keine bloße Theorie mehr, sondern wird zur Realität.“

Damit bestätigte sie genau das, was Klimaschützer schon lange proklamieren. Seit Jahren warnen sie bereits davor, dass sich Investitionen in die fossilen Energien wie Erdöl, Erdgas oder Kohle schon bald nicht mehr rentieren würden. Sobald die Regierungen weltweit damit aufhören, die fossile Energieerzeugung zu subventionieren und stattdessen sich verstärkt umweltfreundlicheren Alternativen zuwenden, wird der Öl- und Kohleindustrie das Geld ausgehen – und damit auch den Investoren große Verluste bescheren.

Sollte es auf dem Weltklimagipfel diesen Dezember in Paris zu einem globalen Klimaschutzabkommen kommen, wird die Branche, die schon heute vor massiven Problem steht, viel von dem Geld verlieren, dass sie in den vergangenen Jahren in die Öl-, Gas-, und Kohleindustrie investiert hat. Allein bei den 200 größten Unternehmen rechnen Experten mit Verlusten in Höhe von bis zu 17 Billionen Euro. Unternehmen wie „Statoil“ und „Chevron“ mussten bereits auf Milliardenprojekte zur Erdölförderung verzichten, da sich viele Vorkommen schlicht nicht mehr gewinnbringend ausbeuten lassen.

Experten bezeichnen die Krise, in der sich die fossile Energieindustrie befindet, als „Kohlenstoffblase“. Figueres will genau diese Krise in der Öffentlichkeit publik machen. Sie sagte, sie glaube nicht, dass außer ihr bislang niemand die kommende Bedrohung für die Branche erkannt habe. Dafür könnte sie auch das zur Zeit stattfindende Weltwirtschaftsforum in Davos nutzen.

 

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