Feinstaubbelastung erhöht Krebsrisiko drastisch

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Luftverschmutzung
Luftverschmutzung

Das Risiko an Krebs zu sterben ist bei Menschen, die über längere Zeit Feinstaub einatmen, deutlich erhöht. Dabei kann Feinstaub nicht nur Lungenkrebs, sondern auch viele andere Krebsarten auslösen. Das ergab eine neue Studie eines Forscherteams aus Birmingham und Hong Kong. Demnach stieg die Wahrscheinlichkeit an Krebs zu sterben deutlich, desto mehr Feinstaub die Menschen ausgesetzt waren. Für die Studie untersuchten die Forscher die Todesursache zehntausender Einwohner von Hong Kong. Die chinesische Metropole ist berüchtigt für seine extreme Luftverschmutzung.

Für die Studie konzentrierte sich das Forscherteam auf Feinstaubpartikel mit einem Durchmesser von weniger als 2,5 Mikrometer (PM 2.5) – beispielsweise Kohlenwasserstoffe und Schwermetalle. Diese entstehen hauptsächlich bei der Verbrennung fossiler Rohstoffe zur Stromerzeugung und im Straßenverkehr.

Die Wissenschaftler warben für ihre Studie zwischen 1998 und 2001 über 66.000 Menschen aus Hong Kong im Alter von mindestens 65 Jahren. Dann begleiteten sie sie bis ins Jahr 2011. Mithilfe der Totenscheine ermittelten sie die Todesursache der verstorbenen Studienteilnehmer. Gleichzeitig ermittelten sie die durchschnittliche Jahreskonzentration von Feinstaub am jeweiligen Wohnort. Die Ergebnisse zeigten: Menschen, die über langer Zeit Mikrofeinstaub ausgesetzt waren, erkrankten deutlich häufiger an einer Vielzahl unterschiedlicher Krebsarten.

Für jede zehn Mikrogramm PM 2.5 Feinstaub in einem Kubikmeter Luft erhöhte sich die Wahrscheinlichkeit an Krebs zu sterben um 22 Prozent, schreiben die Forscher. Das Risiko an Krebs im oberen Verdauungstrakt zu sterben sei sogar um 42 Prozent erhöht. Bei Leberkrebs, Magenkrebs oder Gallenblasenkrebs stellten sie ein um 35 Prozent erhöhtes Risiko fest.

Studien, die die Gesundheitsgefahr von Feinstaub belegen, seien zwar nichts Neues, so die Forscher, doch bisher waren die Partikel hauptsächlich mit Lungenkrebs und Herz-Lungen-Erkrankungen in Verbindung gebracht worden. Nun zeige sich, dass Feinstaub auch andere Krebsarten deutlich begünstige. Das Team vermutet, dass die PM 2.5-Feinstaubpartikel möglicherweise die Reparatur funktion der DNS schädigen und die Immunreaktionen im Körper verändern.

Dr. Neil Thomas vom Institut für angewandte Gesundheit von der Universität in Birmingham betont: „Die Studie macht deutlich, dass Feinstaub in Großstädten weltweit so viel und so schnell wie möglich reduziert werden muss“.

Quelle: http://www.birmingham.ac.uk/

 

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