FC Bayern und Borussia Dortmund als große Umweltsünder

,

Fußballbecher
Fußballbecher

Wir Deutschen lieben den Fußball. Dazu gehört es für viele auch, sich Spiele im Stadion anzusehen. Am liebsten wird dazu Bier getrunken und z.B. eine Wurst gegessen. Doch was ist mit dem Müll, der dabei anfällt? Die Deutsche Umwelthilfe DUH veröffentliche dazu nun eine Untersuchung zur Abfallvermeidung und Abfallmanagement in der ersten und zweiten Bundesliga mit überraschendem Ergebnis: der Zweitligist Union Berlin ist der umweltfreundlichste der 36 Vereine. Die vorzeige Vereine FC Bayern München und Borussia Dortmund schneiden dagegen eher schlecht ab.

Die DUH machte anlässlich der Europäischen Woche eine Untersuchung zur Abfallvermeidung und Abfallmanagement bei den 36 Erst- und Zweitligisten der deutschen Fußball Bundesliga. Das Ergebnis überrascht! Denn Sieger ist keiner unserer „spitzen Vereine“, sondern der Zweitligist Union Berlin. Das Stadion an der Alten Försterei setzt auf einen relativ einfachen Weg zur Müllvermeidung: Getränke werden in Mehrwegbechern ausgeschenkt, Würstchen gibt es im Brot und Senf oder Ketchup befinden sich in Großspendern. Das erleichtert nicht nur das Aufräumen nach dem Spiel, sondern spart durch das Wegfallen von Wegwerfbechern, Papptellern und Plastikbesteck auch jede Menge Müll ein.

Damit ist Union ein leuchtendes Vorbild für die anderen Vereine. Denn laut DUH verwenden weniger als die Hälfte der Ligisten Mehrwegbecher. Dabei sind Einwegbecher in der Herstellung sehr energieintensiv, belasten das Klima und verdrecken den Stadionbereich. Dies führt dazu, dass am Ende des Jahres 11 Millionen Plastikbecher aus den Spielen in den Müll gewandert sind. Die Organisation ist daher der Meinung, dass auch Bundesligisten einen Beitrag zur gesamtgesellschaftlichen Aufgabe des Umweltschutzes liefern müssen und fordert deshalb einen entsprechenden verpflichtenden Beschluss im Verband und einen verbindlichen Standard für umweltfreundliches Abfallmanagement.

Besonders schlecht abgeschnitten haben in dieser Untersuchung die beiden Topvereine Borussia Dortmund und FC Bayern München. Sie schafften es zusammen nach nur 11 Spieltagen auf ganze 1,4 Millionen Plastikbecher Abfall. Dabei wurden beim BVB bis zu Beginn der Saison 15/16 sogar Mehrwegbecher ausgegeben. Die Umstellung auf Einwegbecher wurde damit begründet, dass die Logistik so aufwändig wäre. Zudem würde durch das Spülen der Becher sehr viel Wasser verbraucht und am Ende bliebe immer noch die Hygiene-Problematik.

Immerhin startete der Verein beim Heimspiel gegen den Herta BSC die Aktion „Gib mich den Becher“. Dabei konnten die Zuschauer ihre benutzten Einwegbecher in eine von 140 Becherröhren stecken. Am Ende versprach der BVB, alle vollen Röhren in einer 20 km entfernten Anlage umweltfreundlich recyceln zu lassen. Dass dieses Handeln nicht das Gelbe vom Ei ist, weiß der Verein selbst, doch sie sehen es als Schritt in die richtige Richtung und wollen weiter daran arbeiten, noch ein Stück umweltfreundlicher zu werden.

Auch die Münchner glänzen nicht mit ihrem Einsatz für die Umwelt. Auch sie verzichten auf Mehrwegbecher. Der Unterschied zu den anderen Vereinen: Sie benutzen Becher aus Kunststoff der BellandTechnology. Diese Becher seien angeblich zu 100% recycelbar. Auf Nachfrage weigerten ich allerdings sowohl das Stadionmanagement der Allianz Arena, als auch die Belland-Technology GmbH einen Nachweis für das Recycling ihrer Becher zu liefern.

Für die DUH war das keine Überraschung. Denn Belland kann nicht mit anderen Kunststoffabfällen recycelt werden. Bisher gibt es keine Anlage, die diese Becher in industriellem Maßstab wiederverwerten kann.  Nachdem die DUH dies vor einiger Zeit nachgewiesen hatte, trennten sich alle Vereine wieder von den zuvor vielversprechenden Bellandbechern – alle, bis auf der FC Bayern. Die DUH fordert nun die Stadt München dazu auf, bei der Allianz Arena härter durchzugreifen. Denn im gesamten restlichen München gilt bereits ein Mehrweg-Gebot für den Offenausschank von Getränken, das der FC Bayern seit nun mehr 5 Jahren einfach missachtet.

Quellen:  DUH, rbb online, Der Westen

 

Leave a Reply