Faire Mode für Alle

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Faire Trade Ablauf
Faire Trade Ablauf

Der Einsturz des Gebäudes der Rana Plaza-Fabrik im Jahr 2013 hat die Menschen weltweit auf die katastrophalen Arbeitsbedingungen und Umweltschäden der Modeindustrie aufmerksam gemacht. Trotzdem hat sich bisher nur wenig in Sachen Nachhaltigkeit und Fairness für Umwelt und Menschen bei der Textilproduktion getan. Das Modenetzwerk „Get changed“ packt das Thema nun erfolgreich an.

„Get changed!“ agiert bei seiner Arbeit auf zwei Ebenen. Zum einen baut es für modebewusste und kritische Konsumenten ein Online-Portal auf. Hier lässt sich in aller Ruhe nach fair produzierter Mode stöbern, die Transparenz im Markt für nachhaltig produzierte Kleider steht dabei ganz oben. Über 70 Shops sind hier bereits gelistet. Darunter geläufige Shops wie Waschbär , Freitag oder Hessnatur, aber auch neu entstandene Marken. Zerum, Slowmo und Toodot, Rewrap – die Auswahl ist groß und reicht von Kinderkleidung, über Taschen, Schuhe, Unterwäsche oder die Alltagsjeans. Auch die Materialien sind fantasiereich. So produziert „Zirkeltraining“ Taschen aus gebrauchtem Sportgeräte-Leder und Turnmatten, das Label „conversio“ fertigt aus Bettwäsche, Vorhängen, Leintüchern sowie Stoffresten neue Kinderkleider, und die Taschen- und Accessoires-Marke „Bag to life“ kreiert Must Haves aus entsorgten Rettungswesten, entsorgter Ballon- und Fallschirmseide, alten Männerjackets, Krawatten, Lederjacken, Lederbezügen von Flugzeugsitzen und Elektrokabeln.

Das Netzwerk spricht neben Käufern auch Modeunternehmen an, indem es Beratung rund um ökologische und soziale Produktion, Marketing und neue Absatzmöglichkeiten in Europa anbietet.

Ob Top-Entscheider der Textilbranche, CSR- oder Produktmanager, Einzelhändler, Journalisten oder interessierte Konsumenten und Konsumentinnen –  der Verein „Get changend!“ möchte mit seinem Netzwerk Expertenwissen an alle, die sich für faire Mode interessieren, vermitteln. Ziel ist es, die komplexen Zusammenhänge der globalen Textil- und Bekleidungsproduktion allgemein verständlich aufzubereiten und über positive sowie kritische Aspekte zu informieren. Hierzu greifen das gleichnamige Magazin sowie der Newsletter aktuelle Themen auf, stellen Trends vor und bieten fundierte Hintergrundinformationen.

„Get changed!“ bietet jedoch nicht nur eine Austauschplattform, sondern wird auch selbst aktiv. So wurden in Zusammenarbeit mit der Textilfirma Continental Clothing und einer lokalen NGO im Rahmen eines Pilotprojekts 150.000 faire T-Shirts im Rahmen der Initiative Fairshare in Südindien angefertigt. Die Fabrik bekam bei der ersten Bestellung pro T-Shirt eine Prämie von 14 Cents bezahlt. Dieses Geld gibt die Fabrik komplett an über 300 Arbeiterinnen der Fabrik weiter, gestreckt auf 12 Monate.

Das Ziel von Continental Clothing ist es, dass bald für jede Bestellung eine Prämie gezahlt wird, so dass der Lohn der ArbeiterInnen um 50 Prozent steigen kann. Das geht aber nur, wenn Konsumentinnen und Konsumenten bereits sind, einen kleinen Aufschlag für ein T-Shirt zu bezahlen.

Die Bezahlung existenzsichernder Löhne liegt damit auch zu einem Teil in unseren Händen und Möglichkeiten, faire Mode zu kaufen mehr als genug. 

 

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