Europäische Woche der Abfallvermeidung

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Abfallvermeidung
Die europäische Woche der Abfallvermeidung soll die Sensibilität für das Problem "Abfall" steigern

Zum siebten Mal in Folge findet in Deutschland die europäische Woche der Abfallvermeidung statt. Anfangs noch von der NABU koordiniert, wird die Aktionswoche mittlerweile  im Rahmen der Initiative Let’s Clean Up Europe von dem Verband kommunaler Unternehmen ausgerichtet. Unter dem Motto „Gib Dingen ein zweites Leben – Reparatur in Deutschland stärken“  will die Aktion vom 18. bis 26. November auf die Themen „Reparieren statt Wegwerfen“, „Abfall vermeiden“ und „Ressourcen schonen“ aufmerksam machen. Außerdem will sie praktische Wege aus der Wegwerfgesellschaft aufzeigen.

Europas größte Kommunikationskampagne zur Abfallvermeidung und Wiederverwendung will die Verbraucher sensibilisieren und Projekte zur Abfallvermeidung vorstellen. Es werden dabei die besten Aktionen zur Abfallvermeidung unter Schul- und Berufsschulgruppen gesucht und ausgezeichnet. Dazu werden jährlich die EU AWARDS in den Kategorien Verwaltung/ Öffentliche Einrichtung, Vereine, Unternehmen, Bildungseinrichtung, Einzelperson(en) und der Sonderpreis für europäisches Engagement verliehen.

Abfallvermeidung – Plastikmüll

Dass Abfall, insbesondere Plastikmüll, ein Problem in Deutschland ist, zeigt eine aktuelle Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln, der zufolge in Deutschland pro Einwohner deutlich mehr Plastikmüll verursacht wird als im Durchschnitt der Europäischen Union. Dabei ist der der Plastikverpackungsmüll von 2005 bis 2015 in der EU um 12 Prozent zugenommen – in Deutschland, trotz gesetzlicher Gegenmaßnahmen, sogar um 29 Prozent.

Abfall pro Kopf hat zugenommen

Doch nicht nur alleine der Plastikmüll ist ein Problem. Nach Informationen der Bundesregierung hat allgemein der Abfall pro Kopf zugenommen. Sie appelliert deshalb im Rahmen der europäischen Woche der Abfallvermeidung an die Bürger ihren Abfall zu verringern.

Das Bundesumweltministerium ist offizieller Partner der Europäischen Woche der Abfallvermeidung. Sie setzt sich für längere Haltbarkeit von Alltagsprodukten und eine Anpassung der Ökodesign-Richtlinie in der EU ein. Florian Pronold, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundes­umwelt­ministerium führt dazu insbesondere in Hinblick auf das diesjährige Motto aus: „Reparieren lohnt sich. Wir können Dingen ein zweites Leben geben, wenn wir sie nicht gleich wegwerfen, sondern sie reparieren. Damit kann jeder dazu beitragen, die Abfallmengen zu verringern, natürliche Ressourcen zu schonen und das Klima zu schützen.“

Wirtschaftswachstum wichtiger als Abfallvermeidung?

So sehr die Regierung bei den Verbrauchern für eine nachhaltige und langlebige Nutzungsweise wirbt, so sehr scheint sie jedoch in ihren Bemühungen um Gesetzesänderungen zu scheitern. Zwar wurde die Bezahlpflicht für Plastiktüten durchgesetzt, doch ist der Plastikverbrauch der erwähnten Studie zufolge gestiegen. Und eine Einigung mit der Industrie zu der Lebensdauer von Produkten, ähnlich wie bei den Plastiktüten ist nicht zu erwarten. In einer Zeit, in dem ein Produkt zwei Tage nach Ende der Garantiezeit kaputt geht und Kunden zum Wohle der Umsatzzahlen zum Neukauf animiert werden, die es oft auch gar nicht anders wollen, scheinen echte Änderungen nur durch entsprechend harte Gesetze möglich. An solchen hat eine Regierung, die so stolz auf ihr Wirtschaftswachstum ist, gar kein Interesse, so dass auch ein Einsatz für nachhaltigen, langlebigen Produkten eher unglaubwürdig erscheint.

Quellen: