EU will durch Fracking gewonnenes Erdgas importieren

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Fracking
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Ende letzter Woche trat das Pariser Klimaabkommen in Kraft. Doch nur wenige Tage zuvor begrüßt das EU-Parlament den Import von Erdgas, das durch Fracking in Nordamerika gewonnen wurde. Und das, obwohl man sich der umweltschädlichen Folgen dieser Methode bewusst ist. Die Kontroverse zwischen dem predigen von Umweltverträglichkeit und gleichzeitigem Import von gefracktem Gas stößt daher bei vielen auf Unverständnis. Des Weiteren müsste für den Import eine passende Infrastruktur geschaffen werden, die auf Grund der niedrigen Gas-Nachfrage gar nicht von Nöten sei.

Vor kurzem beschloss das EU-Parlament eine neue Energiestrategie. Im Rahmen dessen stimmten sie dem „Bericht zur EU Strategie für Flüssiggas und die Speicherung von Gas“ zu. Jedoch geht aus diesem eindeutig hervor, das CETA und TTIP wichtige Bausteine für die angestrebte Energiepolitik sind. Es soll internationalen Energiekonzernen ermöglichen, durch Fracking gefördertes Gas aus Nordamerika nach Europa zu importieren. Die EU erhofft sich dadurch weitere Optionen im Bereich des Gashandels und eine Vertiefung der Beziehungen im Energiehandel zu den USA.

Die NGO Food & Water Europe ist allerdings sehr besorgt. Denn obwohl Ende letzter Woche das Pariser Klimaabkommen in Kraft trat, wurde noch wenige Tage davon der Import von Gas durch Fracking gewünscht. So gibt Andy Gheorghiu zu bedenken, dass durch das Aufbrechen von Gesteinsschichten bei der Förderung sehr viel Klimaschädliches Methan freigesetzt wird. Zwei Drittel des Erdgases in den USA werden aus Fracking gewonnen. Dies hat zu Folge, dass das in Nordamerika verflüssigte Erdgas einen großen Anteil der globalen Methan-Emissionen ausmacht. Daher sei es auch sehr kontrovers, dass EU-Staaten Fracking auf Grund seiner Umweltschädlichkeit zum Teil verbieten, es aber dann aus Nordamerika importieren wollen.

Genau dies wird auch von der energiepolitischen Sprecherin der verschiedenen Linken-Fraktionen kritisiert. Sie bemängelt, dass die EU-Gelder besser dazu verwendet werden sollten, um die Treibhausgase zu reduzieren. NGOs aus dem Umweltsektor weisen außerdem darauf hin, dass die deutsche Regierung zur Umweltfreundlichkeit mahnt, aber einer der größten Verbrennungsmotoren in Europa sei. So werden laut dem WWF bereits die Klimaziele 2020 nicht erreicht.

Cornelia Ernst, Abgeordnete im Europäischen Parlament, hält diese Strategie für die „völlig falsche Richtung“, auch in volkswirtschaftlicher Sicht. Denn für den Import müssten Flüssiggasterminals und Gaspipelines gebaut werden. Der Bau würde mit EU-Geldern finanziert werden, hauptsächlich mit denen aus Connecting Europe Facility und Strukturfonds die mit Steuergeldern bespeist werden. Da die Gasnachfrage aber stetig überschätz wurde und mit 23 Prozent unter dem Höchstwert von 2010 liegt, mussten die Vorhersagen immer wieder nach unten korrigiert werden. Wird nun in diesem Ausmaß in Flüssiggas investiert, wird dadurch eine Infrastruktur geschaffen, die eigentlich nicht gebraucht wird.

Quelle: RT Deutsch 

 

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