EU lädt zur vierten Konferenz zum Schutz der Meere

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"Our Ocean": Auf Malta findet Konferenz für die Meere statt.
"Our Ocean" Konferenz widmet sich Verschmutzung der Weltmeere.

Die Vereinten Nationen haben vereinbart, für mindestens zehn Prozent der Meere bis 2020 Schutzflächen einzurichten. Dafür setzt sich auch die „Our Ocean“ Konferenz ein, die aktuell auf Malta stattfindet. Auf Einladung der Europäischen Kommission treffen sich Experten und Politiker, um weiter gegen die Meeresverschmutzung vorzugehen. Die Themen der Konferenz sind vielfältig. Es geht um Meeresschutzgebiete, Klimawandel, Nachhaltige Fischerei, Verschmutzung, maritime Sicherheit und nachhaltige Wirtschaft. Bei vergangenen Konferenzen gaben Teilnehmerstaaten freiwillige Verpflichtungen zum Schutz der Ozeane bekannt.

Dass die Weltmeere unter der Menschheit leiden, ist schon länger bekannt. Das lässt sich allerdings ändern. Jüngste Erfolge zeigen, dass Veränderung möglich ist. Derart präsent wie heute war der Meeresschutz noch nie. Dazu trugen auch Konferenzen wie „Our Ocean“ bei. Obwohl die dortigen Verpflichtungen paradoxerweise nur freiwillig sind. Dennoch scheint etwa das UN-Ziel, bis 2020 zehn Prozent der Meeresoberfläche unter Schutz zu stellen, greifbarer denn je. Aktuell sind es immerhin schon sechs Prozent. Gleichzeitig wird über ein erstes Hochsee-Abkommen verhandelt, das es ermöglichen würde, auch internationale Seegebiete zu schützen.

„Our Ocean“ auch in Deutschland

Um den Schutz von Hochseegebieten zu verbessern, will sich Deutschland auf der vierten „Our Ocean” Konferenz unter anderem verpflichten, die Identifizierung ökologisch besonders wertvoller Meeresgebiete zu unterstützen. Dazu sagte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks: „Die Weltmeere leiden unter Vermüllung, Überfischung und Klimawandel. Das internationale Engagement für einen nachhaltigeren Umgang mit unseren Ozeanen und Meeren müssen wir daher weiter verstärken. Deutschland hat mit den Aktionsplänen der G7 und der G20 gegen Meeresmüll eine wichtige Grundlage gelegt. International anerkannte Meeresschutzgebiete auf Hoher See wären jetzt ein weiterer notwendiger Schritt.“

Greenpeace-Drache speit Plastikmüll

Besonders das Plastik macht den Weltmeeren zu schaffen. Mehr als zehn Millionen Tonnen Müll gelangen jährlich in die Weltmeere. 75 Prozent davon bestehen aus Kunststoff. Nach Angaben des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) sollen bereits 18.000 Plastikteile pro Quadratkilometer auf der Meeresoberfläche treiben. Auf den Meeresböden liegt ein Vielfaches davon. Die Überbleibsel unserer Wegwerfgesellschaft kostet, Schätzungen zufolge, 100.000 Meeressäugern und über einer Million Wasservögel das Leben. Vögel verfangen sich in Plastiktüten und ertrinken. Säuger verletzen sich an scharfkantigen Kunststoffteilen oder alten Fischernetzen und verenden.

Die Umweltschutzorganisation nahm sich diesen Umstand zum Anlass, eine vier Meter große, Plastik speiende Drachenskulptur am Ort der Konferenz zu errichten. Sie protestieren damit gegen die Vermüllung der Meere. Das Drachenmaul enthält Plastikmüll von Konsumgüterkonzernen wie Coca Cola oder Nestlé. Der Müll wurde in Deutschland, den Philippinen und anderen Ländern gesammelt.

Quelle: BMUB , Greenpeace