EU-Kommission entscheidet sich für die Natur

,

Natura 2000 hat Bestand
Natura 2000 hat Bestand

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hatte 2014 gefordert zwei grundlegende Richtlinien für den europäischen Naturschutz zu prüfen. Der sogenannte „Fitness-Check“, falls negativ ausgefallen, hätte das gesamte europäische Naturschutzrecht gefährden können. Diese Woche hat die Kommission die Beibehaltung der Fauna-Flora-Habitat-(FFH) sowie der Vogelschutzrichtlinie beschlossen. Umweltschützer begrüßen diese Entscheidung.

Zwei Jahre dauerte die Debatte, die durch die EU-Kommission angestoßen wurde. Nun steht fest, die Naturschutzrichtlinien der EU bleiben erhalten. Unter dem Deckmantel der „Entbürokratisierung“ hatte Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker eine Modernisierung und Verschmelzung der Fauna-Flora-Habitat- sowie der Vogelschutzrichtlinie gefordert. Naturschützer fürchteten schwere Einschränkungen der Richtlinien, die wesentliche Instrumente im Kampf für den Erhalt der biologischen Diversität in Europa darstellen.

Auch Bundesumweltministerin Barbara Hendricks setzte sich für die Beibehaltung ein: „Zwei Jahre harte Arbeit haben sich gelohnt. Die EU-Naturschutzrichtlinien sind das Herzstück des europäischen Naturschutzes. Ihr Erhalt ist eine gute Nachricht für alle Naturschützer in Europa. Damit bleibt das europäische Naturschutzrecht fit für die Zukunft.”

Seit ihrem Inkrafttreten haben die beiden Richtlinien dafür gesorgt ein europaweit zusammenhängendes Biotopverbundsystem auszuweisen, Natura 2000.

Natura 2000 ist ein Netz von Schutzgebieten zur Erhaltung gefährdeter oder typischer Arten und deren Lebensräumen. Es umfasst beinahe 20 Prozent der EU-Landesfläche und etwa sechs Prozent der Wasserfläche. Mit derzeit über 27.000 Schutzgebieten ist es das größte grenzübergreifende Netz von Naturschutzgebieten der Welt.

Sogar eine Bürgerbefragung innerhalb der EU-Mitgliedsstaaten hatte es vergangenes Jahr gegeben, über eine halbe Million Menschen sprachen sich mit großer Mehrheit für die Beibehaltung von Natura 2000 aus. Auch die anderen EU-Instanzen, das Parlament und der Ministerrat, forderten statt einer Änderung der Richtlinien viel mehr die verbesserte Umsetzung und Finanzierung.

„Diese Entscheidung ist ein Meilenstein – nicht nur für alle, denen die Bewahrung unseres Naturerbes am Herzen liegt. Dass sich Kommissar Vella durchgesetzt hat, ist richtungsweisend auch für den Schutz von Klima, Wasser, Luft und Boden. Der erste bedeutende Versuch in der EU-Umweltpolitik, den Rückwärtsgang einzulegen, ist damit gescheitert. Bürgerinnen und Bürger wollen eine EU mit hohen Umweltstandards – und keine, in der kurzfristige Profitinteressen die Agenda bestimmen“, kommentierte NABU-Präsident Olaf Tschimpke das eindeutige Ja der EU-Politiker zum weiteren Schutz von Artenvielfalt und Biodiversität.

 

Quellen: BMUBNABU
 

Leave a Reply