EU-Alpen-Klima-Konferenz – Wie geht es weiter?

,

Slowenien
Slowenien

Am 25. und 26. Januar kamen Politiker, Entscheidungsträger und Medien aus sieben Alpenländern in Brdo, Slowenien zusammen, um sich über neue Erkenntnisse, Fortschritte und Beschlüsse bezüglich einer gemeinsamen Klima-Strategie auszutauschen. Bereits ein Jahr zuvor war man in Milano, Italien zur Konferenz zusammen gekommen.

 

Zwei Jahre lang wurde inzwischen an der Strategie gearbeitet. Es wurde getagt, beraten, die Bevölkerung befragt, Aktionsgruppen gebildet. Was konkret bisher geschah, erfahren Sie hier.

Nun ist die Frage: kann aus all der Theorie auch Praxis werden? Praxis, die wirklich hilft, den Klimawandel in den Griff zu bekommen?

Die Aktionsgruppen & Praxisprojekte

Zur weiteren Ausarbeitung und Umsetzung wurden neun Aktionsgruppen gegründet, die in Brdo ihre bisherigen Ergebnisse vorstellten. Die Aktionsgruppen bearbeiten dabei die Themen Innovation, Wirtschaftswachstum, Bildung, Vernetzung, Zugang zu öffentlichen Angeboten, Naturressourcen, Kultur, Risikomanagement bzgl. der Folgen des Klimawandels, Effizienz und Erneuerbare Energien.

Das Ziel ist nun, praktische Projekte umzusetzen und Möglichkeiten zu finden, diese durch Förderprogramme der EU auch zu finanzieren.

Auch Vorschläge für mögliche Praxisprojekte wurden durch die Aktionsgruppen erarbeitet – viele davon sehr vage, doch auch ein paar konkretere Ideen sind dabei, wie etwa:

  • ein eigenes Label für Produkte aus den Alpen (z.B. aus Holz),
  • Youth Alpine Dialogue (YAD),
  • multilinguales (online) Job-Center für die Alpenregion, besondere Förderung von Startups und Entrepreneuren,
  • Alpen-Mobilitätsprogramm,
  • Ausbau und Verbesserung der Infrastruktur, insbesondere auch in abgelegenen Gegenden,
  • Bahnelektrifizierung und Ausbau von Bahnstrecken,
  • virtuelles alpines Observatorium, zur Verbindung von Forschungszentren – zur Verbesserung von Prognosen und Bemühungen bzgl. Klimaforschung und ähnlichem,
  • Ausbau existierender alpiner Plattformen für Risikomanagement,
  • Abbildung existierender Cluster und Kompetenzzentren im Bereich von Wirtschaft und Bildung in den Regionen.

Im Rahmen der Konferenz wurden auch zwei Vorzeigeprojekte aus Slowenien vorgestellt: das Planica Nordic Center (für Skisprung- und Skiflug) mit der steilsten Zipline der Welt, die den Sprung eines Skifliegers simuliert. Und das Alpin-Museum in Mojstrana – beide zum Teil finanziert durch Gelder aus EU-Töpfen.

Und auch in der begleitenden Ausstellung und an mehreren Infoständen wurden interessante Projekte der verschiedenen Alpenländer vorgestellt.

Das große Aber

Die Ziele der Europäischen Kommission sind ehrgeizig, keine Frage. Doch neben drängenden und bislang nur wenig behandelten Themen wie den absehbaren Engpässen in der Wasserversorgung durch schmelzende Gletscher, Veränderungen von Flora und Fauna in den Alpen und der wichtigen und nötigen internationalen Kooperation zwischen den Alpenländern, drängen sich vor allem die Themen Wirtschaftswachstum und Schaffung von Arbeitsplätzen in den Vordergrund.

Begriffe, die auch so schon Politik und Medien dominieren. Und bei denen doch die Frage bleibt, inwieweit sie zur Verbesserung der anvisierten Probleme beitragen – oder sie eher noch verschärfen.

Wie geht’s weiter?

2016 ist das erste Jahr der Umsetzung der Strategie. Mindestens alle zwei Jahre möchte man von nun an wieder zusammen kommen und sich über weitere Fortschritte und Projekte austauschen.

Erst dann wird sich zeigen, ob das ehrgeizige Projekt EUSALP wirklich Wirkung zeigt.

 

Leave a Reply