Erste Ausschreibungen für Windenergie erfolgreich

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Windenergie und erneuerbare Energie
Nutzung von Windenergie wird für den Ausbau erneuerbarer Energie bedeutsamer. Foto: windpark druiberg Gmbh

Als eine der günstigsten Sparten wird die Windenergienutzung an Land immer wichtiger für den Ausbau erneuerbarer Energien in Deutschland. Nach der Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes startete im März die erste Ausschreibung für Windenergieanlagen an Land. Die Auswertung durch die Bundesnetzagentur wurde nun abgeschlossen – mit großem Erfolg für die sogenannten Bürgerenergiegesellschaften. Von den 70 im Bieterverfahren erfolgreichen Projekte entfielen 65 auf Bürgerenergiegesellschaften.

Die Verantwortlichen aus dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie zeigten sich mit den Ergebnissen sehr zufrieden. Die hohe Beteiligung der Bürgergesellschaften zeige, dass diese regional verwurzelt seien und dadurch auch auf eine hohe Akzeptanz zählen könnten. Staatssekretär Rainer Baake war sichtlich zufrieden: „Das Ergebnis der ersten Ausschreibung für Windenergie an Land ist sehr erfreulich: der niedrigste Zuschlagspreis liegt bei 5,25 Ct/kWh, der höchste bei 5,78 Ct/kWh. 93 Prozent aller Zuschläge gingen an Bürgerenergiegesellschaften. Von den 70 im Bieterverfahren erfolgreichen Projekten entfielen 65 Projekte auf Bürgerenergiegesellschaften und 5 Projekte auf sonstige Akteure. Die Zuschläge sind breit über das Bundesgebiet auf insgesamt neun Bundesländer verteilt. Das hohe Wettbewerbsniveau, die daraus resultierenden niedrigen Zuschlagpreise und die hohe Bürgerbeteiligung zeigen, dass der von uns eingeleitete Paradigmenwechsel von staatlich festgesetzten Fördersätzen hin zu wettbewerblich ermittelten Preisen gut funktioniert.“

Die Ausschreibung war mehrfach überzeichnet. Die Bundesnetzagentur erteilte 70 Zuschläge über ein Ausbauvolumen von etwas mehr als 800 Megawatt. Eingegangen waren 256 Angebote von fast der dreifachen Menge. Von den Angeboten kommerzieller Angebote konnten sich lediglich fünf durchsetzen. Für die Bürgerenergie-Anbieter liegt die Einspeisevergütung bei 5,78 Cent pro Kilowattstunde. In den sogenannten Netzausbaugebieten im Norden sind es 5,58 Cent pro Kilowattstunde.

Erwartungsgemäß viele Zuschläge erhielten die norddeutschen Länder. Mit 18 Zuschlägen über fast 250 Megawatt ist Niedersachsen führend, danach folgen Schleswig-Holstein und Brandenburg.

Den Bürgerenergiegesellschaften bieten sich in den Ausschreibungen zwei Vorteile. Einerseits können sie Gebote für Windkraftanlagen ohne Genehmigung abgeben und erhalten danach eine längere Realisierungsfrist als kommerzielle Anbieter. Außerdem bemisst sich die Höhe der Förderung nach dem höchsten bezuschlagten Preis, nicht nach dem Gebotspreis wie bei sonstigen Akteuren.

Zwei weitere Ausschreibungen sind für dieses Jahr noch geplant. Eine beginnt zum 1. August, die letzte im November. Das Volumen soll jeweils 1000 Megawatt betragen.

Quellen: BMWi , BNetzA