Erneuerbare Energien am Bosporus auf Wachstumskurs

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18 MW Solarpark im Industriegebiet in Kayseri (Zentralanatonlien)
18 MW Solarpark im Industriegebiet in Kayseri (Zentralanatonlien)

Aufgrund des enormen Investitionsbedarfs im Energiesektor, reichlich Wind und Sonne sowie einem ehrgeizigen Nationalen Ausbauplan gilt die Türkei als einer der wichtigsten Zukunftsmärkte für erneuerbare Energien. Derzeit laufen die Vorbereitungen für die ICCI, dem wichtigsten Branchen-treffpunkt, der von 27. bis 29. April in Istanbul stattfindet.

Auf gut 130 Milliarden US-Dollar wird der Investitionsbedarf in den türkischen Energiesektor bis zum Jahr 2023 offiziell beziffert, um den steigenden Energiebedarf zu decken und die Abhängigkeit des Landes von Importen zu verringern. Laut dem Nationalen Aktionsplan der Türkei für erneuerbare Energien, der im vergangenen Jahr aufgelegt wurde, soll der Strommix bis zum Jahr 2023 zu 30 Prozent erneuerbar sein. Vorgesehen sind 34 Gigawatt Wasserkraft, 20 Gigawatt Windenergie, 5 Gigawatt Photovoltaik und je 1 Gigawatt Geothermie und Biomasse.

„Wir wollen mit der ICCI eine Plattform für Investoren und die Industrie bieten, um dieses Potenzial verstärkt zu erschließen“, sagt Murat Özer, der stellvertretende Generaldirektor der Hannover Messe Türkei, dem Veranstalter. Die 22. Internationale Energie- und Umweltmesse und Konferenz findet vom 27. bis zum 29. April in Istanbul statt. Die ICCI gilt als das wichtigste Energieevent in der Türkei und der Region. Erwartet werden 340 Aussteller und 16.000 Fachbesucher. Erstmals findet in diesem Jahr ein Solarenergie-Sonderforum statt. Mit einer jährlichen Sonneneinstrahlung von 2.737 Stunden, die sind 7,5 Stunden täglich, hat die Türkei das höchste Solarpotenzial in ganz Europa. Zwar sind bisher erst gut 250 Megawatt Photovoltaik installiert, doch für dieses Jahr wird ein Zubau von mindestens 400 bis 500 Megawatt erwartet. „

“Wir sehen aktuell, dass viel passiert“, unterstreicht Stefan Müller, Vorstand des Hamburger Projektierers Enerparc. Jüngst sei eine Vereinbarung mit einem Investor getroffen worden, der sich schon Rechte und Grundstücke für Solarparks mit einer Leistung von 100 Megawatt gesichert habe. Phoenix Solar (Sulzemoos) baut in Incesu in der Nähe von Kayseri in Zentralanatolien gemeinsam mit ihrem türkischen Partnerunternehmen Asunim derzeit vier Photovoltaik-Kraftwerke mit einer Leistung von insgesamt 4,9 Megawatt. Der Auftrag kommt von einem türkischen Regierungsunternehmen. „Das Projekt ist Teil unserer Strategie, den Nutzen sauberer Energie und einer deutlichen Reduzierung des CO2-Ausstoßes in den Dienst des Wirtschaftswachstums in der Region Kayseri zu stellen“, sagt Recep Yildiz, ein Sprecher des Industriegebietes, in dem die Kraftwerke gebaut werden sollen.

Jüngst kündigte das türkische Ministerium für Wissenschaft, Industrie und Technologie an, in der zentralanatolischen Provinz Niğde eine 1,4 Gigawatt starke Photovoltaikanlage zu bauen, dies wäre ein neuer Weltrekord. Bis dies umgesetzt ist, wird es sicherlich noch ein Weilchen dauern, doch es zeigt den Willen der türkischen Regierung, nicht nur in neue Kohle- und Atomkraftwerke, sondern auch massiv in erneuerbare Energien zu investieren. So wird in diesem Jahr ein Zubau von 2 Gigawatt bei der Windkraft erwartet, damit würde die installierte Windenergieleistung in der Türkei bis Ende 2016 auf rund 6,5 Gigawatt ansteigen. Als ein wichtiger Treiber bei solch ehrgeizigen Plänen gilt der erklärte Wille Ankaras, sich von Gasimporten, vor allem aus Russland, unabhängiger zu machen.

 

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