Erneuerbare haben fossile Energien endlich überholt

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Investitionen in Erneuerbare gestiegen
Investitionen in Erneuerbare gestiegen

Im Jahr 2015 ist weltweit zum ersten Mal deutlich mehr Geld in den Ausbau der Erneuerbaren Energien geflossen als in fossile Stromerzeugung. Zu diesem Ergebnis kommt der  „UNEP Global Trends in Renewable Energy Investment Report 2016“. Rund um den Globus wurde demnach mehr als doppelt so viel in neue Kraftwerke auf Basis Erneuerbarer-Energien-Anlagen investiert wie in Kohle- und Gaskraftwerke. Doch ausgerechnet in Deutschland sind die Investitionen dramatisch eingebrochen.

Die weltweiten Investitionen in Erneuerbare Energien sind 2015 um fünf Prozent auf ein Rekordhoch von 286 Milliarden US-Dollar gestiegen. In fossile Energien wurden vergangenes Jahr lediglich 130 Milliarden US-Dollar investiert. Zu verdanken haben wir diesem neuen Rekord dabei vor allem den Entwicklungs- und Schwellenländern, die 2015 erstmals mehr Geld in die Erneuerbaren investiert haben als die Industrienationen.

So flossen in Mexiko vier Milliarden Dollar in die Erneuerbaren. Das ist eine Steigerung um 105 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In Südafrika wurden mit 4,4 Milliarden Dollar sogar 329 Prozent mehr Geld investiert. In Chile konnte eine Zunahme von 151 Prozent auf 3,4 Milliarden Dollar verzeichnet werden.

Nach wie vor am meisten Geld stecken Investoren in China in regenerative Energieformen. Obwohl im Reich der Mitte das Geschäft mit schmutziger Kohle weiterhin boomt, stiegen dort die Investitionen um 17 Prozent von 83,3 Milliarden US-Dollar auf 102,9 Milliarden Dollar. Damit baut China seine Position als Spitzenreiter weiter aus.

„Die Tatsache, dass Investitionen in Erneuerbare Energien weiterhin gestiegen sind und zum ersten Mal die Investitionen in Fossilenergien übersteigen, ist sehr erfreulich. Die Erneuerbaren stecken nicht mehr in der Nische“, kommentierte Dr. Ulf Moslener, Professor für Sustainable Energy Finance an der Frankfurt School und Mitherausgeber des Global Trends Reports.

Ein weiterer Rekord: 2015 entfiel mit 53 Prozent und 135 Gigawatt zum ersten Mal die Mehrheit weltweit neu installierter Kraftwerkskapazität (ohne große Wasserkraftanlagen) auf die Erneuerbaren Energien. Dennoch ist der Anteil der Erneuerbaren Energien am weltweiten Strommix nur leicht gestiegen – von 9,1 auf 10,3 Prozent. „Das bedeutet weiter erhebliche Emissionen aus dem Stromsektor“, so Moslener.

Investitionen in Deutschland stark gesunken

Während die Erneuerbaren weltweit auf dem Vormarsch sind, brachen die Investitionen in Deutschland dramatisch ein. Im Vergleich zum Vorjahr wurden hierzulande 47 Prozent weniger investiert. Das ist das geringste Investitionsvolumen seit zwölf Jahren. Mit insgesamt 8,5 Milliarden Dollar war Deutschland jedoch noch immer der zweitgrößte europäische Markt für Erneuerbaren Energien. Im internationalen Vergleich wurde die Bundesrepublik allerdings von Indien überholt und rutschte auf den sechsten Platz ab.

Einen noch tieferen Absturz konnten die deutsche Offshore-Windkraft verhindern. Hier sind laut Studie allein in zwei Anlagen 3,4 Milliarden Euro geflossen. Im Bereich Solarenergie seien die Investitionen jedoch deutlich gesunken. Der Grund sei die Unsicherheit bezüglich der weiteren Einspeisevergütung für Solarstrom, die das Interesse vieler privater PV-Anleger bremse. Auch die niedrigen Preise für Solarmodule haben laut Report das Investitionsvolumen gedrückt.

„Um langfristige Investitionen in Erneuerbare Energien attraktiv zu machen, sind transparente und stabile Energiesektor-Rahmenbedingungen auf nationaler Basis sind unumgänglich, betont Silvia Kreibiehl, Leiterin des Frankfurt School-UNEP Collaborating Centre for Climate & Sustainable Energy Finance. Zudem müsse der Ausbau der Stromnetze und die Investitionen in Speichermedien für Erneuerbare Energien künftig eine größere Rolle spielen.

Dann könnte auch der von den Studienautoren prophezeite weitere Emissionsanstieg bis 2026 und der damit einhergehende „dramatische Anstieg des CO2 Gehaltes in der Erdatmosphäre“ weiter gebremst werden. 2015 konnten laut Studie durch die leicht gestiegene Stromerzeugung mit regenerativen Energien etwa 1,5 Milliarden Tonnen CO2 Emissionen eingespart werden.

Quelle: frankfurt-school.de

 

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