Ergebnisse zur Zukunft der Agrarpolitik vorgestellt

,

Agrarpolitik
Laut einer EU-Umfrage muss die Agrarpolitik moderner und vereinfachert sein, um Landwirtschaft-Ziele zu erreichen.

Von Februar bis Mai waren die EU-Bürger zur Zukunft der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) befragt worden. Deutlich über 300.000 Menschen beteiligten sich an der Befragung. Die Ergebnisse stellte EU-Agrarkommissar Phil Hogan am 7. Juli im Rahmen einer Konferenz vor. Unter dem Titel „The CAP – Have Your Say“ formulierte die Konferenz eine wichtige Botschaft. Um ihre Rolle bei der Erfüllung der europäischen Nachhaltigkeitsziele sicherzustellen, muss die Agrarpolitik ökonomisch, sozial wie ökologisch gerechter werden. Nur dann werden auch die UN-Nachhaltigkeitsziele erfüllt.

 Nicht nur Landwirte waren dazu aufgerufen im Rahmen der EU-Umfrage aktiv Vorschläge zur Neuausrichtung der Landwirtschaftspolitik bis 2020 einzureichen. Über einen Fragebogen war jeder EU-Bürger zur Teilnahme angehalten. Über zwölf Wochen wurde Landwirten, Verbänden, Organisationen und allen Interessierten die Möglichkeit geben, sich am öffentlichen Diskurs zu beteiligen. Da durch die Landwirtschaft seit jeher besonders die Umwelt betroffen ist, riefen Naturschutzorganisationen aus ganz Europa dazu auf, diese Möglichkeit in hohem Maße zu nutzen.

In seiner Präsentation der Ergebnisse bezeichnete Hogan die Konferenz als Meilenstein auf dem Weg zu einer modernen Landwirtschaftspolitik. Er begrüßte die Umfrage als gute Möglichkeit, dass sich verschiedenste Interessenvertreter in die Debatte miteinbringen können. Das gestiegene Interesse belegte auch die Zahl an Teilnehmern. An der Befragung nahmen innerhalb der drei Monate 322.900 EU-Bürger teil. Verglichen mit den 5.700 Teilnehmern bei der letzten Befragung vor sieben Jahren, ein fantastisches Wachstum. Zurückzuführen ist dies wohl auch auf die Kampagne LivingLand, die von verschiedenen Umweltverbänden ins Leben gerufen wurde.

EU-Agrarkommissar Hogan stellte noch einmal die Dringlichkeit, die Zukunft der Agrarpolitik einzuleiten, heraus. Das oberste Ziel der EU-Kommission ist es, eine dynamische europäische Landwirtschaft und eine nachhaltige Lebensmittelproduktion auch in Zukunft zu gewährleisten. Dazu muss die Gemeinsame Agrarpolitik modernisiert und vereinfacht werden. Die Herausforderungen sind angesichts der globalen Marktsituation, internationaler Klimaschutzprogramme und der siebenjährigen mittelfristigen EU-Finanzplanung (MFF) immens.

Eine wichtige Erkenntnis bei der Präsentation der Umfrageergebnisse war, dass sowohl die überwiegende Mehrheit der EU-Bürger, als auch über die Hälfte der befragten Landwirte meint, dass sich die GAP mit Themen wie Biodiversität, Boden und Nachhaltigkeit nicht genügend beschäftigt. Umweltverschmutzung und damit verbundene Umweltprobleme wurden als größtes Manko benannt. Die Konsultation kam zu dem Ergebnis, dass die Performance der GAP durch Modernisierung verbessert werden sollte, dass die bestehenden Bestrebungen zur Vereinfachung weitergeführt werden und dass es die größte Herausforderung der Zukunft sein wird, die ökologischen und ökonomischen Ziele gleichermaßen zu erreichen.

Quelle: NABU