Entsorgung kommt bei Baumärkten zu kurz

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Informationen zur ordnungsgemäßen Entsorgung bestimmter Produkte sind Mangelware in den Baumärkten
Wie werden diese Produkte ordnungsgemäß entsorgt?

Wohin mit alten Energiesparlampen oder Bauschaumdosen? Die Antwort auf diese Frage gibt es in jedem Baumarkt – sollte es zumindest. Denn eigentlich sind die Betreiber solcher Läden dazu verpflichtet über die ordnungsgemäße Entsorgung dieser Produkte zu informieren. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) nahm diese Verpflichtung nun zum Anlass und testete mehrere Baumärkte auf ihre Entsorgungshinweise. Mit dem Ergebnis richtet sich die DUH nun an Vollzugsbehörden und Baumarktbetreiber.

Ein Großteil dürfte diese Situation bekannt vorkommen: Die Lampe geht nicht mehr. Es muss eine neue Glühbirne besorgt werden. Gesagt, getan, die neue Energiesparlampe wird eingesetzt und das Licht geht wieder. Doch wohin nun mit der alten Birne? Eine Frage, die sich eigentlich niemandem stellen dürfte. Denn im Grunde sind die Baummärkte, die entsprechende Glühbirnen verkaufen, dazu verpflichtet, ihre Kunden über das korrekte Recycling dieser Produkte zu informieren. Doch dies betrifft nicht nur Energiesparlampen, sondern auch andere Produkte, wie z.B. Bauschaum. Die Deutsche Umwelthilfe hat sich dem nun angenommen und in mehreren Baumärkten getestet, wie gut die Händler ihrer Informationspflicht nachkommen.

Zu diesem Zweck besuchte die DUH 73 Filialen von mehreren Baumarktketten in verschiedenen Bundesländern. Das Ergebnis: in jeder dritten Filiale fanden sich keine gut lesbaren schriftliche Hinweise zum ordnungsgemäßen recyceln der Produkte. Auch auf direkte Nachfrage erhielten die Tester vom Marktpersonal teilweise falsche Informationen. Denn laut dem Personal kann man gebraucht Bauschaumdosen bedenkenlos in den Gelben Sack oder Restmüll entsorgen. Zerbrochene Energiesparlampen seien grundsätzlich unproblematisch. Dabei ist genau das Gegenteil der Fall.

Korrekte Entsorgung ist notwendig

In Bauschaumdosen ist nämlich Isocyanat enthalten, ein gesundheitsgefährdender Reststoff. Auch Energiesparlampen sind mit ihren kleinen Mengen an Quecksilber nicht so harmlos, wie teilweise behauptet. Aus diesem Grund müssen solche Produkte extra bei kommunalen Sammelstellen abgegeben werden. Eine Alternative ist die Rückgabe in Baumärkten. Neben ihrer Informationspflicht, müssen diese auch ausgediente Produkte annehmen, um sie korrekt zu entsorgen. „Wenn Baumärkte Umweltschutz ernst meinen, dann müssen sie auch die volle Verantwortung für die von ihnen in Verkehr gebrachten Produkte übernehmen. Insbesondere dann, wenn diese Schadstoffe beinhalten. Deshalb ist es wichtig, Verbrauchern eine Rücknahme ausgedienter schadstoffhaltiger Produkte anzubieten und über dieses Angebot zu informieren. Doch genau daran hapert es nach wie vor. Es ist inakzeptabel, dass noch immer viel zu viele Baumärkte Verbrauchern Informationen zu Rückgabemöglichkeiten vorenthalten und damit eine ordnungsgemäße Entsorgung von Problemabfällen behindern“, so DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch.

Doch nicht alle Baummarktketten sind gleich. Im Test schnitten gerade beim Kundenservice Filialen der Globus- Bauhaus- und B1-Ketten vergleichsweise gut ab. Als mangelhaft wurde dagegen der Service der Hagebaumarkt-Filialen bewertet. Auf dem letzten Platz landete jedoch Obi. Auf Grund dieses Ergebnisses fordert die DUH fordert nun die Vollzugsbehörden der Länder zu Kontrollen auf. Die durch Bußgelder und Veröffentlichung von Verstößen helfen sollen Umwelt und Verbraucher zu schützen. „Fehlinformationen von vermeintlich geschultem Personal zur Entsorgung und zum Umgang mit schadstoffhaltigen Produkten darf es nicht geben. Dadurch können Gefahren für Mensch und Umwelt entstehen. Deshalb sollten Baumärkte stärker als bisher ihre Mitarbeiter schulen und die Beratungsqualität verbessern“, fordert der DUH-Leiter für Kreislaufwirtschaft Thomas Fischer.

Quelle: DUH