Energy Streetfight in den Städten

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Berlin war schon oft Schauplatz revolutionärer Unternehmungen: Ob 1848 oder 1989, die Straßen und Häuser der heutigen Bundeshauptstadt waren der Ort, auf der Neuartiges angedacht, Aufstände geprobt oder avantgardistische Bewegungen gegründet worden sind.

Jetzt heißt es wieder: Die Revolution ist zurück in den Straßen Berlins! Nur dieses Mal mit weniger politischem als umwelttechnischem Hintergrund: Die Design-Aktivisten und selbsternannten Glücksritter von vic-venture wollen einen „Energy Streetfight“ abhalten. Dahinter steht die Idee, alle Bewohner einer Straße in Berlin gegeneinander in einem Energiespar-Wettbewerb antreten zu lassen.

Die Energieguerilla treibt ihr Unwesen

Ausgesucht haben sich die Aktivisten die Stargarder Straße, eine bekannte Szene- und Wohnstraße im schicken Berliner Viertel Prenzlauer Berg. Gespielt wird Wohnhaus gegen Wohnhaus, das heißt die Bewohne müssen sich registrieren und können dann ab Anfang 2011 in einem kollektiven Guerillakrieg gegeneinander „kämpfen“ mit dem Ziel, so wenig natürliche Ressourcen wie möglich zu verbrauchen.

Sowohl der Verbrauch von Wasser als auch von Elektrizität und Gas wird pro Haushalt gezählt und dann pro Kopf berechnet. Wie lange das so gehen soll, können die Initiatoren bisher nicht sagen, Ende offen also. Das Spiel soll aber wohl mindestens vier bis fünf Monate dauern.

Wer am Wenigsten verbraucht, hat gewonnen

Ingesamt rund 90 Häuser mit 1.500 Wohnungen und 130 Geschäften wurden als potenzielle Teilnehmer ausgemacht. Jedes Wohnhaus-Team soll versuchen, die Strom-, Wasser und Gasrechnungen als Kollektiv so klein wie möglich zu halten – wer am Ende am Wenigsten verbraucht hat, hat gewonnen.

Das kleine Start-up wird vom Förderprogramm “Überlebenskunst” gefördert. Die Ideengeber des Energy Streetfights wollen ihr Projekt nach dem Probelauf in Berlin zu einer Geschäftsidee ausbauen und auch auf andere Städte übertragen. Wer Interesse hat, eine solche Aktion auch in seiner Straße durchzuführen, kann sich dort melden.

Daniel Seemann

 

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