Energiewende – wo bist du?

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Windkraftanlage

Wind für den Betrieb von Offshore-Windkraftanlagen hat sie genug, die Nordsee. Auch an investitionsfreudigen Energieunternehmen, die den Ausbau der gigantischen Windräder auf See forcieren, mangelt es nicht. Problematisch ist hingegen der Transport des produzierten Stroms dorthin, wo er benötigt wird und das bringt nicht nur die Energiewende ins Stocken, sondern auch die beteiligten Energieunternehmen ganz schön ins Schwanken.

Eigentlich ist der Atomausstieg längst beschlossen. 2022 gehen auch die letzten AKWs vom Netz. Spätestens dann muss der Wegfall unserer veralteten Stromgewinnungsmaschinerie in irgendeiner Weise aufgefangen worden sein, um die Energiesicherheit des Landes auch in Zukunft zu gewährleisten. Das sollten eigentlich die erneuerbaren übernehmen. Bis 2020 sollen sie im Rahmen der vor acht Monten eingeleiteten Energiewende 35 Prozent des Stroms bereitstellen. Eigentlich, denn das, was die Bundesregierung derzeit im Rahmen der Energiewende unternimmt, ist alles andere als fördernd für den Ausbau der erneuerbaren Energien.

Im Gegenteil, die Energiewende wird durch das politische Hickhack massiv behindert. Noch immer gibt es keinen Energiewendebeauftragten, die Photovoltaikindustrie wird immer weiter gedeckelt und mit der Windenergie hat die Politik auch so ihre Probleme. Die sollte nämlich einen großen Teil der Stromproduktion aus erneuerbaren Energien decken, wenn es keine AKWs mehr gibt. Ein Aufstocken der Offshore-Windkraft auf 10.000 Megawatt bis zum Jahr 2020 lautet der Plan der Bundesregierung. Dazu muss der auf See produzierte Strom allerdings auch zu den Ballungszentren transportiert werden und hier hakt es ganz gewaltig.

Ein Netzausbau ist dringend nötig, darüber ist man sich bereits einig. 4.500 Kilometer Stromtrasse, die den Strom von den Offshore-Anlagen in den Süden und Westen des Landes transportieren. Doch so einfach, wie sich die Regierung den Ausbau vorgestellt hat, läuft es jetzt keineswegs. Bislang sind lediglich etwas mehr als 100 Kilometer gebaut. Der verzögerte Netzausbau macht nun auch den Energiekonzerne zu schaffen. Energieriesen wie RWE oder E.on halten zwar an ihren Ausbauplänen für die Windkraft fest, doch ohne den Ausbau der Stromnetze verzögert sich auch zwangsläufig der Bau ihrer Windparks.

Um rund 100 Millionen Euro muss alleine RWE hierdurch tiefer in die Tasche greifen. Das verteuert natürlich auch den Offshore-Windstrom um mindestens 50 Prozent gegenüber dem aus Onshore-Windkraftanlagen. Damit liegt es mal wieder an der Politik, die sich schnell für bessere Rahmenbedingungen im Offshore-Windkraftbereich einsetzen muss, denn sonst wird dieser Strom bald zu einem unrentablen Groschengrab.

Judith Schomaker

 

One Response

  1. Elisabeth

    22. Februar 2012 12:57

    Energiewende – leicht gemacht:
    Japan hat seit dem Unglück in Fukushima rund 2/3 der 54 Atomreaktoren, die ca. 30% des Strombedarfes erzeugen, abgeschaltet. Innerhalb weniger als einem Jahr haben die Japaner OHNE Augenzwinkern, ohne Jammern und Murren es geschafft, 20% (!!!!) ihres Stromverbrauches zu reduzieren OHNE dabei an Komfort und Lebensqualität einzusparen! Da können wir wirklich was lernen – und bräuchten uns bis 2022 nicht den Kopf zerbrechen. Die Wende kann somit auch von einem Tag zum anderen passieren – nur eben – es muss der Willen dazu vorhanden sein, und die Selbstdisziplin.

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