Energiewende-Rekord: Ein Drittel unseres Stroms ist grün

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Energiewende - Ausbauziel
Energiewende - Ausbauziel

Eine gute Nachricht zum Thema Energiewende: 2015 wird ein weiteres Rekordjahr für die Erneuerbaren. So wird der Anteil an Erneuerbaren Energien am deutschen Bruttostromverbrauch dieses Jahr voraussichtlich auf rund ein Drittel steigen. Das Ausbauziel der Bundesregierung für 2020 dürfte damit sicher erreicht werden. Dieses sieht einen Anteil von 35 Prozent Ökostrom vor.

Wer hätte das um die Jahrtausendwende für möglich gehalten? Die deutsche Stromversorgung wird immer grüner. Lag der Anteil an Ökostrom um das Jahr 2000 noch bei lediglich sechs Prozent, wurden vergangenes Jahr bereits über 27 Prozent erreicht. Insgesamt 161 Milliarden Kilowattstunden erzeugten die deutschen Solar-, Wind- und Wasserkraftwerke sowie die Biomasseanlagen. Ein guter Schnitt, und ein Rekordjahr für die Erneuerbaren – und dieses Jahr sieht es voraussichtlich sogar noch besser aus:

Wie das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und der Bundes-verband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) mitteilen, läuft die grüne Stromerzeugung auch 2015 auf Rekordniveau. Demnach könnten bis zum Jahresende rund 193 Milliarden Kilowattstunden Strom aus Sonne, Wind und anderen regenerativen Quellen erzeugt werden. Das ist rund ein Fünftel mehr als im Vorjahr. Damit würden die Erneuerbaren 2015 einen Rekordanteil am deutschen Strommix von 33 Prozent erreichen – ganze fünf Prozent mehr als 2014.

Das Klimaschutzziel der Bundesregierung – ein Ökostromanteil von 35 Prozent im Jahr 2020 – dürfte damit nicht nur erreicht, sondern womöglich sogar übertroffen werden. Noch 2010 hätten das wahrscheinlich die wenigsten geglaubt. Als die damalige schwarz-gelbe Regierung das Ziel formulierte, galt es als utopisch. Damals lag der Anteil bei gerade einmal 17 Prozent. Nun sieht sogar das Ausbauziel für 2030 – ein Ökostromanteil von 50 Prozent – gar nicht mehr so weit entfernt aus. 

Das absehbare erneute Rekordjahr verdanken wir laut BDEW vor allem der Stromerzeugung aus Windkraft und Photovoltaik. Demnach lag der Anteil der Erzeugung aus Windenergieanlagen am 31. Oktober 2015 mit 63 Mrd. kWh bereits um 47 Prozent über dem Wert des gleichen Zeitraums im Jahr 2014. Auch der Rekordsommer 2015 dürfte einiges zu dem guten Jahr beigetragen haben. Obwohl der Ausbau der Photovoltaik auch 2015 weit hinter vergangenen Glanzjahren zurücklag, produzierten Solaranlagen in den ersten zehn Monaten mit 35 Mrd. kWh so viel Strom wie im gesamten Vorjahr.

Für die Berechnung des voraussichtlichen Anteils der Erneuerbaren Energien am Gesamtstromverbrauch des Jahres 2015 wurden für November und Dezember die für diese Jahreszeit durchschnittlichen witterungsbedingten Erzeugungswerte angenommen. Die Verbände weisen jedoch darauf hin, dass es gerade im Bereich der Windenergie noch zu Abweichungen von der aktuellen Schätzung kommen könnte.

„Unabhängig von der exakten Quote zum Jahresabschluss wird erneut deutlich, dass die Erneuerbaren Energien im deutschen Strommix weiter an Bedeutung gewinnen“, betonte Hildegard Müller, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung.

Frithjof Staiß, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des ZSW, ergänzt: „Wenn Erneuerbare Energien nunmehr rund ein Drittel des Strombedarfs decken, wird deutlich, dass sich dieses Element der Energiewende auf einem vielversprechenden Weg befindet. Der steigende Anteil von regenerativen Quellen macht Deutschland immer unabhängiger von fossilen Energieträgern und trägt damit zur Erreichung seiner Klimaschutzziele bei“.

Der zweifellos gut voranschreitende Ausbau der Erneuerbaren sei jedoch nicht alles, so Staiß. Strom, Wärme und Mobilität müssten künftig stärker miteinander gekoppelt und als Gesamtsystem optimiert werden.

Quellen: BDEW / Statista 

 

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