Energiewende nicht förderlich für den Klimaschutz?

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Energiewende
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Der „Focus Online“ titelte gestern: “Neue Studie zeigt: Energiewende schadet dem Klimaschutz”. Der Grund für diese auffällige Schlagzeile ist ein Report des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW). Darin resümieren die Autoren unter anderem, die Energiewende solle vornehmlich bestimmte Technologien fördern und diene nicht dem kurzfristigen Klimaschutz. Von einem Schaden ist jedoch keine Rede. Dennoch zeigt die Studie, dass die selbstgesteckten Energiewende-Ziele der Bundesregierung wohl größtenteils nicht erfüllt werden.

In ihrer 38-seitigen Expertise ziehen die Autoren fünf Jahre nach Fukushima eine Zwischenbilanz zur Energiewende. Dabei untersuchte das Institut anhand von sieben Teilbereichen, ob die Energiewende und die vorgesehenen Ziele noch im Zeitplan liegen. Die Bundesregierung hat einige dieser Ziele selbst formuliert, darunter das wohl größte Vorhaben:

Das Klimaschutzziel für 2020

Dieses sieht vor, die CO2-Emissionen bis 2020 um 40 Prozent (gegenüber 1990) zu verringern. Allerdings bezweifeln mittlerweile immer mehr Experten, dass dieses Vorhaben noch gelingen kann. Auch das IW kommt zu dem Urteil, dass das 40-Prozent Ziel wohl deutlich verfehlt werden wird. Um auf Zielkurs zu bleiben, hätten die Treibhausgasemissionen zwischen 2000 und 2014 um knapp ein Viertel reduziert werden müssen. Tatsächlich seien aber nur 5,8 Prozent erreicht worden. Das angestrebte Ziel für 2020 wird damit voraussichtlich um 76 Prozent unterschritten, so die Autoren.

Als Grund dafür nennt der IW die starke Stromerzeugung mit schmutziger Kohle. Durch den Kernenergieausstieg scheide zudem eine emissionsarme Technologie aus. Auch der intensive Ausbau der Erneuerbaren Energien sei nicht nur förderlich für den Klimaschutz, da es dadurch zu einem Verfall der Börsenstrompreise und damit zur zunehmenden Unwirtschaftlichkeit der Gaskraftwerke komme. Das Resultat sei, dass vorwiegend günstige aber klimaschädliche Kohlekraftwerke im deutschen Strommix verblieben. Die Autoren schreiben: „Die Energiewende soll vornehmlich bestimmte Technologien fördern und dient nicht dem kurzfristigen Klimaschutz“.

Ausbauziel Erneuerbare Energien

Laut IW wird das Ausbauziel für die Erneuerbaren bis 2020 wahrscheinlich nicht nur erreicht, sondern sogar deutlich übertroffen. Die Bundesregierung will, dass der Anteil an Ökostrom in Deutschland bis 2020 auf 35 Prozent steigt. Aktuell ist laut dem Kölner Institut bereits ein Anteil von fast 33 Prozent erreicht. „Das ist allerdings nicht nur positiv“, sagt IW-Expertin Esther Chrischilles: „Der Ausbau von Solar- und Windanlagen ist mit hohen Förderkosten verknüpft.“ Die Autoren warnen, ein zu schneller und hoher Ausbau habe „bereits in der Vergangenheit zu erheblichen Kostensteigerungen geführt.“

Wirtschaftlichkeit Energiewende

Das sei auch momentan zu beobachten. Deshalb kommen die Autoren zu dem Urteil, dass die Wirtschaftlichkeit der Energiewende weit hinter der ursprünglichen Zielsetzung zurückliegt. Eigentlich hatte die Regierung im Jahr 2011 versprochen, dass die EEG-Umlage bei etwa 3,5 Cent bleiben sollte, 2015 lag sie allerdings schon bei 6,17 Cent. Die Zielsetzung im Bereich Wirtschaftlichkeit sei damit von 100 Punkten im Jahr 2011 auf aktuell nur noch 25 Punkte zurückgefallen.

Stromverbrauch

Auch beim Stromverbrauch sieht es nicht gut aus. Bis 2020 will die Bundesregierung den Stromverbrauch um 10 Prozent und bis 2050 um 25 Prozent verringern (gegenüber 2008). Doch aktuell ist davon noch nichts zu sehen. Dafür müsste der Verbrauch 2015 bereits um drei Prozent gesunken sein – tatsächlich ist er aber um drei Prozent gestiegen. Die Bundesregierung überschätzt den verbrauchsenkenden Effekt durch die Entwicklung effizienterer Technologien, so das Fazit der Autoren.

„Mit diesen Befunden stellt sich durchaus die Frage, welche Ziele der Energiewende angepasst werden müssen“, sagt IW-Expertin Chrischilles. Denn, so das Fazit des Berichts, „letztlich können in einem Prozess wie der Energiewende nicht alle Ziele gleichermaßen erreicht werden.“

Quelle: IW Köln / Focus Online

 

2 Responses

  1. Kai Hofmann

    11. März 2016 9:07

    Energie zu sparen ist bei der Energiewende sowieso der größte Blödsinn – man sollte sich mal fragen, woher dann der Strom für die 1 Mio nicht vorhandener e-PKW kommen soll – woher kommt der Strom fürs Internet of Things (IoT)? Davon abgesehen müssen wir beim Heizen ja auch noch von Gas auf Erdwärme umstellen, was Strom für die Pumpe kostet!! Nichts davon spart Strom – das Gegenteil ist der Fall – aber eigentlich ist das auch kein Problem, wenn jeder sein Dach mit PV voll pflastert und sich noch eine eigene Windmühle zulegt. Dazu müssen dann noch entsprechende Speicher her (und nein Autos sind keine Speicher die auch Strom wieder abgeben, aber die können wunderbar die Spitzenproduktion um die Mittagszeit schlucken und so das Netz stabilisieren, wenn es den entsprechende Steckdosen am Arbeitsplatz gäbe!).

  2. yoatmon

    12. März 2016 13:48

    So ein blödes Gefasel habe ich selten gelesen. Es gibt bestimmt einige geistig minderbemittelte die diesen Quatsch als “bare Münze” erachten. Wasser fließt auch nicht vom höheren zum niedrigeren Niveau sonder immer Bergauf?

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