Energiewende-Index: Erstmals positive Tendenzen

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Laut einer aktuellen Untersuchung des Beratungsunternehmen McKinsey macht die deutsche Energiepolitik endlich erkennbare Fortschritte. Während noch im Herbst 2014 beinahe alle Energiewende-Ziele als unrealistisch galten, könne man jetzt in einigen Bereichen eine Tendenz zur Besserung erkennen, so die Gutachter. Trotzdem geht McKinley davon aus, dass das Hauptziel der Bundesregierung – eine Reduzierung des Kohlendioxid-Ausstoßes um 40 Prozent bis 2020 – klar verfehlt werden wird. Von einer Trendwende könne deshalb noch keine Rede sein.

Beim Thema Energiepolitik und Energiewende läuft es nach wie längst nicht so rund wie es die Bundesregierung eigentlich geplant hatte. Das sieht sogar Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel ein und sagte dazu vergangene Woche auf einer Tagung des Wirtschaftsrats der CDU, man könne nicht wirklich von Berechenbarkeit und Planbarkeit der deutschen Energiepolitik sprechen.

Dennoch gibt es Grund zur Hoffnung, zumindest wenn man dem aktuellen Energiewende-Index März 2015 (Datenstand Dezember 2014) des Beraterbüros McKinsey Glauben schenkt. Für diese alle sechs Monate erscheinende Untersuchung analysiert das Unternehmen den Stand der Energiewende anhand der drei Dimensionen des energiewirtschaftlichen Dreiecks. Dazu gehören Klima- und Umweltschutz, Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit.

In einigen dieser Bereiche sei nun erstmals eine positive Entwicklung zu verzeichnen. Das McKinsey Team kam zu dem Schluss, dass nur noch sieben von insgesamt 15 untersuchten energiepolitischen Zielen der Bundesregierung bis 2020 „unrealistisch“ seien. Beim letztjährigen Energiewende-Index hingegen ließen noch neun der Indikatoren kein Erreichen der Energiewendeziele 2020 erwarten. Bei 11 der analysierten Punkte sei immerhin eine Tendenz zur Besserung zu erkennen, wenngleich einige davon noch immer als unrealistisch gelten. Die gute Nachricht: Sieben der 2020-Ziele – und damit eins mehr als letztes Jahr – werden laut McKinsey wahrscheinlich erreicht werden.

Zu den Punkten, deren Umsetzung bis 2020 als realistisch gelten, zählt vor allem der Ausbau der Erneuerbaren Energien. Das Ziel der Bundesregierung, bis zum Jahr 2020 35 Prozent des bundesweiten Strombedarfs mit regenerativen Energien zu decken, werde demnach höchstwahrscheinlich erreicht. Allein bei der aus Solarenergie generierten Leistung sei der Zielwert 2014 um 27 Prozent übertroffen worden. Auch die Verringerung des Stromverbrauchs um zehn Prozent bis 2020 sei nun erstmals zu schaffen, denn 2014 sei der bundesweite Verbrauch deutlich gesunken. (um vier Prozent)

Trotz der teils positiven Entwicklung gelten allerdings noch immer sieben der Ziele als unrealistisch. Darunter leider auch das Hauptziel der Energiewende – die Verringerung der CO2-Emissionen bis 2020 um 40 Prozent gegenüber 1990. Obwohl die Emissionen 2014 mit 3,3 Prozent weniger leicht rückläufig waren, gehen die McKinsey-Gutachter – ähnlich wie die meisten Klimaexperten – davon aus, dass dieses Ziel deutlich verfehlt werden wird. Innerhalb der letzten 14 Jahre sei der CO2-Ausstoß in Deutschland pro Jahr durchschnittlich nur um 0,9 Prozent gefallen. Diese Tendenz mache das das Erreichen des 2020-Klimaziels ohne zusätzliche Maßnahmen weiterhin unrealistisch.

Insgesamt, so schreibt das McKinsey Team abschließend, seien positive Tendenzen erkennbar, von einer Trendwende könne allerdings keine Rede sein. Gerade bei den besonders wichtigen Indikatoren – wie der Verringerung der Kohlendioxid-Emissionen oder den Haushalts- und Industriestrompreisen – lägen die angestrebten Ziele der Bundesregierung noch immer in weiter Ferne. Den vollständigen Energiewende-Index März 2015 finden sie hier.

 

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