Energiewende in der Schweiz

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Das Kraftwerke Zervreila ist eines von insgesamt 579 Wasserkraftwerken in der Schweiz © Micha L. Rieser

Am 21. Mai 2017 hat die Schweizer Bevölkerung über das revidierte Energiegesetz  abgestimmt mit dem Ergebnis:  58,2 Prozent gaben ihr Ja für die Energiewende. Angesichts der Tatsache, dass Kernenergie mit etwa 21 Prozent Anteil an der Gesamtstromproduktion ausmacht und das noch im November letzten Jahres im Rahmen einer anderen Volksabstimmung gegen die Abschaltung der bereits bestehenden Meiler gestimmt wurde, ist dies ein positiver erster Schritt in Richtung der Energiewende für die Schweiz.

Das neue Gesetz soll Anfang 2018 in Kraft treten  und dazu dienen, bis 2035 im Vergleich zum Jahr 2000 fast zu halbieren, die Energieeffizienz zu erhöhen und , die Versorgung bis zum Jahr 2050 schrittweise auf erneuerbare Energieträger umzustellen. Zudem wird der Bau neuer Kernkraftwerke verboten. Die Schweiz will so ihre Abhängigkeit von importierten fossilen Energien reduzieren und die einheimischen erneuerbaren Energien stärken, wodurch  Arbeitsplätze und Investitionen geschaffen werden sollen.

Einer Pressemitteilung des Schweizer Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (kurz UVEK) vom Mai diesen Jahres zufolge stammen bereits jetzt gut 60 Prozent des schweizerischen Stroms aus erneuerbaren Energien. Dabei stammten im Jahr 2015 insgesamt 53 Prozent aus Großwasserkraft und zu rund 5 Prozent aus Photovoltaik, Wind, Kleinwasserkraft und Biomasse. 21Prozent stammen aus Kernenergie und knapp 2 Prozent aus Abfällen und fossilen Energieträgern. Für 19 Prozent des gelieferten Stroms sei Herkunft und Zusammensetzung nicht überprüfbar.

Die bestehenden fünf Kernkraftwerke sollen jedoch weiter, bis zum Ende ihrer Laufzeit, am Netz bleiben. Bis dahin müssen die erneuerbaren Alternativen gestärkt werden. Mit einem  Anstieg um etwa  4 Prozent zwischen 2014 (49,5 Prozent) und 2015 (53,4 Prozent) entwickelt sich in der Schweiz die Wasserkraft mit am besten.

Wie wichtig die Schweizer Wasserkraft wirklich ist, zeigt ein Bericht der Luzerner Zeitung. Diese schrieb am Wochenende, noch bevor die Volksabstimmung stattfand, dass sich die Energielage in Europe im Winter einen kritischen Punkt erreichte, als in Frankreich besteht Gefahr eines Blackouts bestand und umliegende Länder plötzlich aushelfen mussten. Die Stabilität der Wasserkraft hat sich hier als Segen erwiesen. Ein Segen, der angesichts möglicher weiterer Instabilitäten durch Umstellungen der Energiewende, immer wichtiger werden könnte. So erklärt Samuel Bontadelli, Leiter Handel bei Repower, gegenüber der Luzerner Zeitung: «Die Wasserkraft hat am 20. Januar einen wesentlichen Beitrag zur Gewährleistung der Netzstabilität geleistet.»

Quellen:
https://www.uvek.admin.ch/uvek/de/home/energie/energiestrategie-2050.html?_organization=801&_startDate=01.11.2010&_pageIndex=0
https://www.uvek.admin.ch/uvek/de/home/uvek/medien/medienmitteilungen.msg-id-66696.html
http://www.zeit.de/wirtschaft/2017-05/schweiz-volksabstimmung-atomausstieg-energiewende
http://www.zeit.de/politik/ausland/2016-11/schweiz-atomenergie-ausstieg-volksabstimmung-hochrechnung-kernenergie
http://www.luzernerzeitung.ch/nachrichten/wirtschaft/wasserkraft-verhinderte-blackout;art9642,1032321