Energiepark Mainz – grüner Weg der Energiespeicher

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Die Energiewende erfordert die schnelle Weiterentwicklung umweltfreundlicher Technologien und Verfahren zur Umwandlung sowie Speicherung Erneuerbarer Energien. Große Bedeutung kommt dabei dem „Power-to-Gas“-Verfahren zu, dessen Ziel die Speicherung von Wind- und Solarstrom in Form von Wasserstoff oder Methan ist.

Unter dieser Prämisse wurde Anfang dieses Monats der „Energiepark Mainz“ im Wirtschaftspark in Mainz-Hechtsheim eröffnet. Das Projekt ist eine Gemeinschaftsarbeit der Partner Stadtwerke Mainz, Linde, Siemens und der Hochschule RheinMain, die sich das Ziel gesetzt haben, innovative Technologien für Energiespeicher und die Produktion von Wasserstoff durch Wasserelektrolyse mit Erneuerbaren Energien zu entwickeln, zu erproben und einzusetzen.

Bereits 2012 entwickelte sich die Idee „überschüssige“ umweltfreundlich erzeugte Energie durch die Zerlegung von Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff zu speichern und so Energie zu liefern, beziehungsweise Energiespeicher bereit zu stellen, die flexibel und zeitunabhängig verwendet werden können. Der Hintergrund war der Umstand, dass Windkraftanlagen wegen fehlender Kapazitäten im Stromnetz abgeschaltet werden müssen und auch sonst Erneuerbare Energien deutschlandweit zeitweise mehr Strom liefern, als gebraucht wird. Im darauffolgenden Jahr konzentrierten sich die Partner auf die Vorbereitung des Standortes, die Entwicklung und die Investitionsentscheidungen. Letztes Jahr dann erfolgte die Errichtung und Fertigstellung der Elektrolyse-Anlage, woraufhin in diesem Monat die Forschungsanlage in Betrieb genommen werden konnte.

grafik zeitstrahl 3Projektplan © Stadtwerke Mainz

Hinsichtlich des Standortes stellte die Infrastruktur, die zur Errichtung und Inbetriebnahme einer „Power-to-Gas“-Anlage benötigt wird, eine Herausforderung dar – insbesondere die Anbindung an Windkraftanlagen sowie an Strom- und Gasnetze. So wurde der Energiepark direkt an das Mittelspannungsnetz der Stadtwerke Mainz Netze GmbH sowie an vier benachbarte Windräder der Stadtwerke-Unternehmensgruppe angebunden. Aufgrund der hochdynamischen PEM-Druckelektrolyse, eine der Besonderheiten des Energieparks Mainz, können lokale Engpässe im Stromnetz vermieden und das Stromangebot kleinerer Windparks verstetigt werden. Mit bis zu 6 Megawatt Stromaufnahme hat die Anlage damit nicht nur die richtige Größe, sondern ist gleichzeitig die weltweit größte dieser Art.

Der Siemens-Vorstand Prof. Siegfried Russwurm erklärte anlässlich der Eröffnung am 02. Juli: „Zukünftige Energiesysteme werden weit komplexer, vernetzter und flexibler sein als heute. Der PEM-Elektrolyseur ist für dieses Energie-Puzzle ein wertvoller Baustein. Durch die Wasserstoffelektrolyse lassen sich gerade die Erneuerbaren Energien effizienter in die Stromnetze einbinden. Ein momentaner Energieüberschuss kann über die Energiespeicher abgefangen und weiterverwendet werden. Mit dem Energiepark Mainz haben wir dafür ein innovatives System geschaffen – ein Brückenschlag von der Vision zur industrietauglichen Realität.“

Dem Vorstandsvorsitzenden der Linde Group, Dr. Wolfgang Büchele, zufolge könnten mit dem im Park erzeugten „grünen“ Wasserstoff bis zu 2.000 Brennstoffzellen-Pkws versorgt werden. Gleichzeitig freut sich Prof. Dr. Birgit Scheppat, Leiterin des Wasserstofflabors der Hochschule RheinMain auf „spannende und wegweisende Erkenntnisse“, die sich aus dem Projekt ergeben könnten. Das oberste Zukunftsziel, so Scheppat, sei die optimale ökonomische und ökologische Nutzbarmachung von Energien aus Windkraft und Photovoltaik. Effiziente Energiespeicher nehmen dabei eine Schlüsselrolle ein.  

Die Hochschule RheinMain wird das auf vier Jahre angelegte Projekt wissenschaftlich begleiten und auswerten. Die daraus resultierenden Ergebnisse sollen anschließend im Rahmen einer Doktorarbeit bewertet werden. Wie sich der Energiepark Mainz in den kommenden Jahren entwickeln wird, bleibt abzuwarten. Doch schon jetzt stellt er für viele ein Vorzeigemodell für mögliche Innovationen im Bereich der Erneuerbaren Energien dar.

Quelle:
http://energiepark-mainz.de/

 

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