Windrad wird mobil

Mobiles Windrad

Manche werden die Sandia Labs vielleicht durch die fiktive US-Serie ‚Breaking Bad‘ kennen. Der Hauptakteur Walter zog anfangs nach Albuquerque in New Mexiko, um für die Sandia National Laboratories zu arbeiten. Tatsächlich existiert die Einrichtung auch im wirklichen Leben als einer der bekanntesten Teststandorte der USA für Windenergie. Seit Jahrzehnten forscht und prüft die Institution neue Technologien auf ihre Markttauglichkeit.

Beispielsweise wurden hier Rotorblätter mit einer gebogenen Spitze untersucht, die unter verschiedenen Windbedingungen eine um zwölf Prozent bessere Leistung als konventionelle Blätter aufwiesen. Sweep Twist Adaptive Rotor nennt sich das System, kurz STAR.

Windrad aus dem Transporter

Ein junges US-Windenergieunternehmen aus San Diego namens Uprise Energy nutzt dieses Prinzip für ein interessantes Nischenprodukt. Im Grunde genommen entwickelt der Firmengründer Jonathan Knight die Rotor-   blätter einfach weiter. Arbeitete er doch auch an dem Sweep Twist Adaptive Rotor mit. Nun stellt er eine mobile Windkraftanlage her, die in einem Transportcontainer an den Einsatzort gefahren werden kann. Das Portable Power Center ist innerhalb eines Tages aufbaufähig. Und das ohne Zuhilfenahme eines Krans, wie folgende Animation zeigt.

Rotor mit besserer Effizienz

Fünf Rotorblätter steigern die Effizienz des Windrads bei geringen Windgeschwindigkeiten. Das System stellt eine Leistung von 50 Kilowatt bereit, indem es den Wind in etwa 24 Metern Höhe nutzt. Bei Böen bremsen die Rotor- blätter nicht ab, da ihre Konstruktion – im Gegensatz zu konventionellen Windrädern – darauf ausgerichtet ist.

Ein weiterer positiver Effekt des Designs bei viel Wind ist die Steigerung der Drehzahl mit der Belastung auf das Windrad. Dadurch verringert sich das Drehmoment und erhöht die Lebensdauer der Windenergieanlage. Ist der Wind allerdings zu stark, legt sich die Turbine automatisch hin. Die Wartung und Inspektion kann am Boden stattfinden.

Portables Windrad als Alternative zu Dieselmotoren

In abgelegenen Gebieten ist eine energieautarke Energieversorgung von Vorteil. Mit dem portablen System wird eine Alternative zu Dieselmotoren angeboten. Um auch wirklich unabhängig vom Stromnetz zu sein, ist die Speicherung der produzierten Elektrizität notwendig. Die Macher des Windrads sind da noch flexibel und bieten mehrere Möglichkeiten wie einen Batteriespeicher oder Luftkompressor an.

Im Vergleich zu anderen Innovationen in der Windkrafttechnik schneidet das Portable Power Center gut bei den Kritikern ab. Und eine Prüfung durch das Unternehmen Quartus Engineering ergab, dass die Herstellungskosten in Bezug auf die entwickelte Technologie angemessen seien.

Stabilität des Windrads im Blick

Das Massachusetts Institute of Technology (MIT) ist gespannt, ob die zukünftige Testanlage hält, was sie verspricht. Bedenken gibt es bei der Stabilität im starken Wind und auf unebenem Gelände. Denn weil das Windrad nicht im Boden verankert ist, kann es leichter umstürzen. Auch einige technische und markttechnische Unsicherheiten gilt es noch zu beheben.

Gleichwohl existieren bereits Interessenten für das Windrad. Anfragen kommen aus Argentinien, Peru und Südostasien. Und auch wir bleiben dran an der kommenden Entwicklung der mobilen Windkraftanlage.

Jenny Lohse

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