Vertikale Windräder im Olympiapark errichtet

qr5 Turbine

Relativ unbemerkt installierten die Organisatoren der Olympischen Spiele letzten Dienstag noch sieben vertikale Windkraftanlagen auf den Olympiagelände in London. Die 30. Spiele sollen schließlich die grünsten der Geschichte werden.

Und auch wenn dies ohne die Windräder möglich gewesen wäre: So besitzen diese doch auch eine gewisse Symbolkraft. Zumal die Lieferung einer geplanten Windkraftanlage mit einer Leistung von zwei Megawatt für den Park abgeblasen wurde. Die Olympische Empfangsbehörde berichtete, dass die Hersteller Bedenken wegen der Sicherheitsregeln hatten und andere Zulieferer den Zeitplan als zu straff empfanden.

Vielleicht wirken die errichteten Windräder dabei dem angeschlagenen grünen Image der Spiele entgegen, die durch Hauptsponsoren wie Dow Chemicals, EDF und BP entstanden sind.

Grüne Technologien im Olympiapark

Bei den vertikalen Windenergieanlagen handelt es sich um qr5 Turbinen des britischen Unternehmens quietrevolutions. Die Anlagen besitzen eine Leistung von acht Kilowatt und produzieren 7.500 Kilowattstunden pro Jahr – am ehesten bei einer Windgeschwindigkeit von sieben Metern pro Sekunde. Die 18 Meter hohen Windräder werden sich nach zwölf Jahren amortisiert haben. Sie stellen 40 Prozent der Straßenbeleuchtung des Olympiaparks bereit.

Auch das Dach des Pressezentrums darf sich mit erneuerbaren Energien brüsten. Denn die darauf installierten Solaranlagen lohnen sich auch finanziell durch die Einspeisetarife. Nach den Olympischen Spielen werden die Module allerdings auf das Dach des Parkplatzes verlegt. Des Weiteren existiert im Park ein Energiezentrum, das ein mit Erdgas betriebenes Blockheizkraftwerk mit einer Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung beherbergt.

Verringerung der CO2-Emissionen

Auch die CO2-Bilanz soll im Olympiapark aufgewertet werden. So könnte durch die Neuorientierung bei der Errichtung des Stadions die Emission der Schadstoffe um 50 Prozent verringert worden sein. Denn für die Konstruktion wurde Recycling Material verwendet. Beispielsweise besteht der Ring an der Spitze des Stadions aus alten Rohren. Nebenbei ist auch die Kleidung der freiwilligen Helfer aus alten PET-Flaschen hergestellt.

Weiterhin gibt es zahlreiche Versuche, die enormen CO2-Emissionen durch die Olympischen Spiele auszugleichen: So führte ein nachhaltiges Management auch im Transportbereich zur Abkehr von gewohnten Wegen und setzt auf einen öffentlichen Personennahverkehr.

Auch die Möglichkeiten nachhaltiger Mahlzeiten, die während der Olympischen Spiele angeboten werden, sind zahlreich. Darunter finden sich Produkte mit dem Label Red Tractor und fair trade. Dem Ziel, die Abfallstoffe nicht auf den Müllhalden landen zu lassen, nähert man sich mit Recycling als auch der Kompostierung.

Zu guterletzt wird auch berücksichtigt, was nach den Olympischen Spielen mit dem Territorium passiert: Das athletische Dorf wird beispielsweise zu einem umweltfreundlichen Gebäude erweitert. Und die Anlage, die zuvor nur als Industriebrache bekannt war, soll zu einem der größten öffentlichen Parks Europas umgebaut werden. Auch der Name steht schon fest: Queen Elizabeth Olympic Park.

Jenny Lohse

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