USA: Erste Offshore-Windturbine installiert

VolturnUS Windkraftanlage an der Küste Maines

Bei der Offshore-Windkraft hinkt die USA Europa weit hinterher. Haben die Vereinigten Staaten doch noch keine einzige Anlage auf dem Meer installiert – bis auf eine kleine. Denn am 31. Mai dieses Jahres wurde die VolturnUS Windkraftanlage an der Küste Maines zu Wasser gelassen.

Die ans Netz angeschlossene Turbine misst 20 Meter und stellt eine Leistung von 20 Kilowatt bereit. Nach erfolgreichen Tests soll der Prototyp später durch eine Sechs-Megawatt-Windkraftanlage ersetzt werden. Zwei Windräder dieser Art bilden voraussichtlich ab dem Jahr 2016 die Windfarm ‚Aqua Ventus I‚.

Schwimmende Windkraftanlage

Die Auswahl des Materials ist ungewöhnlich. Denn die Plattform kann schwimmen, um die Nutzung der Windkraft auch über tieferen Gewässern zu ermöglichen. In jenen Bereichen gibt es nämlich auch mehr Wind. Ähnliche Projekte befinden sich zur Zeit auch in Europa im Test.

Initiator des US-Projektes ist das Zentrum für den Werkstoffverbund der Maine Universität mit dem DeepCWind Consortium als Partner. Der Forschungsverbund hat das Ziel, die Offshore-Windtechnologie in Maine voranzubringen.

Bei der Pilotanlage handelt es sich um eines von sieben Offshore-Winddemonstrationsprojekten, die allesamt vom Energiedepartment mitfinanziert werden. Es geht darum, unterschiedliche Technologien zu untersuchen. Zwei weitere Windräder sollen ebenso auf dem Wasser schwimmen.

In den USA wird ein Offshore-Windenergiepotential von 4.000 Gigawatt vermutet. Bisher sind hier 13 Offshore-Windprojekte geplant. Deren Baubeginn ist aber frühestens für Ende 2013 in Sicht.

Hürden beim Bau der Offshore Windräder

Doch weshalb dauert die Entwicklung der Offshore Windenergie in den USA eigentlich so viel länger als in Europa? Zum einen wird Offshore-Windkraft noch zu wenig subventioniert. Dabei ist sie doppelt so teuer wie die Windenergie auf dem Festland. Zu Beginn hängt das Projekt also vor allem von privaten Investoren ab. Die Regierung muss hier für mehr finanzielle Unterstützung sorgen. Zudem hat die Windkraft auf See in den USA viele Gegner.

Ein weiteres Problem bei der Konstruktion der Anlagen auf dem Meer ist der Transport der Turbinen. Denn bisher wird in den Vereinigten Staaten kein Schiff hergestellt, dass die riesigen Türme transportieren kann. Eventuell ändert sich das ab nächstem Jahr dank des Unternehmens Weeks Marine aus New Jersey.

Interessanterweise ist es nicht so einfach, für Transport einfach ein Schiff aus Europa anzuheuern. Das amerikanische Gesetz ‚Jones Act‘ aus dem Jahr 1920 besagt nämlich, dass Schiffe nur mit einer US-Flagge innerhalb verschiedener US-Häfen anlegen können. Aus Europa kommende Schiffe haben da ein Problem.

Die Offshore-Windkraft ist in den USA auch durch die komplizierte Vergabepraxis gehemmt. Denn dem Unternehmen wird der Standort von einer Behörde des Innenministeriums zugeteilt und zwar von dem Federal Bureau of Ocean Energy Management. Für die Vergabe des Vertrages mit dem Energieversorgungsunternehmen hat dagegen der jeweilige Bundesstaat die Oberhand. So muss eine Zusage des Standortes noch lange nicht heißen, dass die Windfarm auch das Okay des Stromversorgers bekommt – ein wenig wie in Deutschland. Nur, dass der Netzanschluss hier aus anderen Gründen auf sich warten lässt.

Jenny Lohse

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