Mehr Windenergie-Potenzial als nötig

Deutschland eignet sich hervorragend als Standort zur Erzeugung von Windenergie. Mehr als ein Achtel der Landfläche lässt sich theoretisch zur Energieerzeugung nutzen, ohne dass dabei Schutzgebiete betroffen wären oder der Lärmschutz nicht eingehalten würde. Das ist mehr, als bisher angenommen.

Der Windenergie kommt besondere Bedeutung beim Ausbau erneuerbarer Energien zu. Ihr Anteil am Strommix liegt schon jetzt bei acht Prozent. Rund 30 Gigawatt Onshore-Windenergieanlagen sind hierzulande installiert. Dabei ist die Erzeugung von Windenergie neben Wasserkraft mit am günstigsten. Strom aus Windenergie kosten etwa acht Cent je Kilowattstunde, kaum mehr als Strom aus Kohle oder Gas.

Um die Energieerzeugung bis 2050 auf 100 Prozent Erneuerbare umzustellen, würde man 60 Gigawatt Windenergie zusätzlich an Land benötigen. Wie das Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) im Auftrag des Umweltbundesamtes errechnet hat, stehen in Deutschland aber theoretisch viel mehr Flächenkapazitäten zur Verfügung. Es ließen sich 13,8 Prozent der Landfläche für Windkraftanlagen nutzen, wobei natürlich Siedlungsbereiche und Naturschutzgebiete ausgespart blieben. Das entspräche einer Leistung von 1.200 Gigawatt.

„Grundsätzlich ist für den Ausbau der Windenergie an Land mehr Platz vorhanden als wir praktisch brauchen, selbst dann, wenn man innerhalb des Erneuerbaren-Energiemixes den Anteil der Windenergie an Land vergrößert. Wir müssen das Potenzial nur zu einem kleinen Teil ausschöpfen, um unsere Klimaziele zu erreichen. Bundesweit betrachtet besteht damit ein großer Gestaltungsspielraum für den Ausbau der Windenergie an Land und für den künftigen Erneuerbaren-Energiemix insgesamt“ sagt UBA-Präsident Jochen Flasbarth.

Dabei sind die 13,8 Prozent natürlich ein rein hypothetischer Wert. Die Genehmigung von Windkraftanlagen muss letztlich immer am Einzelfall entschieden werden. Auch mahnt Flashbart an, das Windenergiepotenzial nicht überzubewerten. Das Ziel müsse stets eine ausgewogene Kombination unterschiedlicher Energieerzeugungsquellen sein. Offshore-Windenergie und Solarenergie dürften dabei nicht zu kurz kommen.

 

2 Bemerkungen

  • Der Windausbau wird auch seine Grenzen finden, weil mehr Energie, als im Wind drinnen steckt kann nicht gewonnen werden. Windenergie ist induzierbar, das heißt, dass eine Windanlage der andern die Energie streitet und es werden Parameter für eine sinnvolle Anordnung der Standorte zu ermitteln sein. Diese Induzierbarket wurde meinerseits bereits bei dem Sturmgeschehen „Cyrill“ entdeckt, als das Sturmgeschehen beim Überqueren der NÖ/Bgld-Windparks zu einem Normalwind abgeflaut ist, währendem ein weiterer Sturm über der Steiermark , ohne solche Windparks, große Schäden anrichten konnte.

  • …wobei natürlich Siedlungsbereiche und Naturschutzgebiete ausgespart blieben….

    Was ist mit aussparen gemeint? 10H ? Etwas deutlicher wäre hier angebracht. Sonst kann man sich doch kein Bild davon machen.

    Vielleicht kann mir das jemand vorrechnen, ich komm nicht drauf: Wir haben derzeit ca 25% Anteil des erzeugten Stromes an Erneuerbarer Energie. 30GW Onshore ensprechen 8%. Nochmal 60GW dazu wären dann zusätzlch 16%.

    Das auf die bisherigen 25% addiert sind (25% + 16%) = 41%.. Wie um alles in der Welt kommt der Autor auf 100% Erneuerbare bis 2050??? Da fehlen doch 59% oder spinnt mein Taschenrechner

    Wir haben 2050 evtl. 90GW Windkraftleistung installiert. Diese bringt maximal 90GW, logisch.
    Wenn der Wind nur halb so fest bläst wie für die 90GW Maximaler Leistung nötig, dann bekommen wir 90/2 = 45GW

    Woher kommen dann die fehlenden 45GW?

    Wenn der Wind überhaupt nicht bläst bekommen wir satte 0GW

    Woher kommen dann die fehlenden 90GW?

    Ich komm einfach rein rechnerisch nicht drauf. Vielleicht sollte ich es mal ideologisch versuchen. Dann haben wir immer 100% egal wie stark der Wind bläst.

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