Mehr Sicherheit für Offshore-Windkraftbetreiber

Offshore-Windpark

Im Vergleich der erfolgreichsten Offshore-Windenergie-Länder belegt Deutschland weltweit den fünften Platz. Die hiesige installierte Gesamtleistung beträgt dank 52 ans Netz angeschlossener Anlagen 200 Megawatt. Für die gegebenen geographischen sowie politischen Bedingungen ist das Ergebnis nicht schlecht. Zum einen fällt der Zugang zum Meer geringer aus als in manch anderen Ländern. Zum anderen fehlten den Investoren bisher Sicherheiten durch gesetzliche Vorgaben der Regierung. Doch vergangene Woche verabschiedete diese einen Entwurf zur Neuregelung energiewirtschaftlicher Vorschriften und ebnet damit den Ausbau der Windenergie auf dem Meer.

Die Zeiten, in denen sich Umwelt- und Wirtschaftsminister in den Haaren lagen, gehören der Vergangenheit an. Zusammen beschlossen sie die neue Offshore-Haftungsregelung für Errichtung und Betrieb der Netzanschlüsse. Das Gesetz soll noch dieses Jahr in Kraft treten.

Laut der Bundesnetzagentur muss ein genehmigter Windpark innerhalb von 30 Monaten an das Stromnetz angeschlossen sein – tatsächlich ist bisher aber ein längerer Zeitraum vonnöten.

Neue Regeln zur Offshore-Windkraft

Der neue Entwurf sieht vor, die Windkraftbetreiber zu entschädigen, wenn nach weiteren zehn Tagen noch immer keine Netzanbindung besteht. Die Finanzspritze würde sich dann auf 90 Prozent des Ertrages der Einspeisevergütung belaufen. Später soll die Geldsumme von der Höchstförderungsdauer der Windräder wieder abgezogen werden.

Die Regierung erhofft sich mit der neuen Regelung, Investitionen in die Infrastruktur voranzutreiben. Auch, damit Windpark und Anschluss zeitgleich installiert werden können.

Nebenbei muss dem betreffenden Netzbetreiber Tennet unter die Arme gegriffen werden. Denn der niederländische Konzern besitzt zu wenig Kapital, um die Netzanschlüsse für die Offshore-Anlagen zu garantieren. Um die Kosten dennoch decken zu können, ermöglichte die niederländische Regierung inzwischen das Eingreifen privater Investoren.

Verbraucher haften für Verzögerungen mit

Verbraucher haben die Möglichkeit, im Internet Maßnahmen und Schadensfälle einsehen zu können. Denn die Stromkunden werden an der Haftung über die Offshore-Umlage beteiligt. Durch Kritik des Verbraucherschutzministeriums konnten die Kosten zumindest etwas verringert werden: Maximal 0,25 Cent pro Kilowattstunde sind für die Offshore-Umlage zu zahlen. Zudem werden sich in Zukunft mehr Unternehmen an der vollen Umlage beteiligen. Denn die neue Regelung schreibt vor, dass es erst ab einem Energieverbrauch von einer Million Kilowattstunden pro Jahr zur finanziellen Entlastung der Firmen kommt. Problematisch ist diese Maßnahme im Hinblick auf die geringe Motivation, Energie einzusparen.

Ende des Jahres könnten sich in der deutschen Nord- und Ostsee schon mehr als 400 Anlagen im Bau befinden – und zwar mit einer potentiellen Leistung von 2.000 Megawatt. Doch Vorsicht ist geboten: Nicht, dass es dem Umweltminister mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien wieder zu schnell geht.

Jenny Lohse

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