Kreislaufwirtschaft in der Windkraft

Windkraftanlagen; Foto: morgueFile

Inzwischen wird auch in der Windkraft eine Art Materialkreislauf angestrebt. Denn augenscheinlich ist für die Anlagen ein enormer Materialeinsatz vonnöten. Und die Vielzahl der Werkstoffe erschweren die Entsorgung der Windräder nach der Demontage.

Die Lebensdauer einer Windkraftanlage beträgt generell 20 Jahre. Die Einspeisung von Windenergie ins Stromnetz nach dem EEG gilt seit dem Jahr 2000. Somit ist eine erhöhte Entsorgung ausgedienter Anlagen ab dem Jahr 2020 zu erwarten. Ab dann ist von 15.000 Tonnen Material pro Jahr allein durch veraltete Rotorblätter auszugehen. Die Deponierung nach der Demontage fällt durch ein Gesetz aus dem Jahr 2005 weg, da zu viel organisches Material enthalten ist.

Übrig bleibt noch die thermische Beseitigung und Verwertung. Während bereits seit einiger Zeit alte Anlagen durch neue, effizientere ersetzt werden (Repowering), befindet sich die Verwertung einzelner Materialien dagegen noch in der Anfangsphase. Nach Schätzungen verbleiben auch nach dem Recycling an die 20 Prozent nicht wiederverwertbaren Abfalls.

Beton aus dem Fundament, Stahltürme und Kupfer aus den Generatoren können relativ einfach verwertet werden, zum Beispiel im Straßenbau sowie in Stahlwerken. Die Rotorblätter sowie Gondeln bestehen dagegen aus Glasfasern und Epoxidharz. Diese Werkstoffe sind schwer voneinander zu trennen. Wird das Harz verbrannt, entstehen toxische Gase. Und die Glasfasern können beim Schmelzen die Müllverbrennungsanlagen verstopfen.

Eine Mischung aus energetischer und stofflicher Verwertung gilt als bisher beste Lösung. Ein erster größerer Betriebsversuch des Recyclings von Rotorblättern fand vor zwei Jahren statt und hat sich teilweise etabliert. Eine Schlüsselrolle spielt hierbei die Zementindustrie, welche das im Glas enthaltene Silizium verwenden kann: Nach der Zersägung der Rotoren vor Ort und der weiterführenden Zerkleinerung in der Anlage werden die Metalle herausgeholt, bevor das Material verbrannt wird. In der zurückbleibenden Asche befinden sich essentielle Mineralien für die Zementproduktion. Zudem ist die Wärmeenergie des verbrennenden Rotorblattes immerhin halb so hoch wie von Steinkohle und vermindert den Einsatz des fossilen Rohstoffes. Der produzierte Zement kann schließlich als Beton für das Fundament eines neuen Windrades wieder verwendet werden.

Jenny Lohse

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