Helgoland geht neue Wege bei der Wärmeerzeugung

Helgoland

Helgoland macht einen weiteren Schritt in Richtung 100 Prozent grüne Energieinsel. Das Projekt „WindWärme“ der Versorgungsbetriebe Helgoland setzt auf Strom aus Windkraftanlagen, um Wärme zu erzeugen.

Ab 2015 sollen Bewohner und Besucher der Nordseeinsel die nachhaltige Wärme aus einem Elektrokessel nutzen, der mit Windstrom betrieben wird. Über zwei Millionen Liter Heizöl können so jährlich eingespart werden – und damit auch erhebliche Mengen an Kohlendioxid.

Das Projekt ist nicht nur ein wichtiger ökologischer Schritt für Helgoland. Es ermöglicht der Insel auch, sich aus der jahrzehntelangen Abhängigkeit vom Öl zu lösen. Bisher erfolgt die Wärmegewinnung über zentrale Heizkessel, die mit dem flüssigen Brennstoff betrieben werden. Die Schwankungen der Ölpreise wirken sich somit unmittelbar auf die Heizkosten der Insulaner aus – und die mussten in den letzten Jahren immer mehr für warme Wohnungen bezahlen. Obwohl das Projekt keine Förderungen nach dem EEG-Gesetz bekommt, ist „WindWärme“ rentabel. Allein durch den Ersatz des Heizöls entstehen so große Einsparungen, dass das Vorhaben wirtschaftlich tragfähig wird.

Die Investitionen für „WindWärme“ belaufen sich auf rund zehn Millionen Euro. Träger des Projekts sind die Versorgungsbetriebe Helgoland, ein gemeinsames Unternehmen der Gemeinde Helgoland und der Eon Hanse AG. Sie planen die Errichtung von zwei Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von fünf Megawatt, die den grünen Strom zur Wärmeerzeugung liefern. Weitere Kosten entstehen durch zwei Elektrokessel, einen Pufferspeicher und das Energiemanagement. Der vorhandene Öltank wird ebenfalls in das Projekt integriert und zukünftig als Wärmespeicher genutzt.

Helgoland setzt auch bei der Stromversorgung auf regenerative Energien. Seit 2009 ist die Insel über ein 50 Kilometer langes Seekabel mit dem Festland verbunden. Von dort beziehen die Versorgungsbetriebe vorwiegend klimafreundlichen Strom aus Windkraftanlagen. Auch die Windkraft auf See wird für die Insel bald an Bedeutung gewinnen. Diverse Unternehmen, die Offshore-Windparks errichten, wollen Helgoland in Zukunft zu einem Stützpunkt für ihre Aktivitäten in der Nordsee machen.

Irene Lange

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