Größter Windpark Bayerns

Windkraftanlage

Derzeit wird im bayerischen Zöschingen der größte Windpark des Freistaats errichtet. Die Besonderheit: Der erzeugte Strom wird über das sogenannte Marktprämienmodell vermarktet.

Errichtet werden von der VenSol Firmengruppe insgesamt acht Windkraftanlagen vom Typ Nordex N117 mit einer Gesamthöhe von 180 Metern. Die Gesamtleistung des Windparks beträgt 19,2 Megawatt. Der Bau hat bereits begonnen, die Fertigstellung und Inbetriebnahme ist für das vierte Quartal 2012 beziehungsweise das erste Quartal 2013 vorgesehen. Auch Bürger der umliegenden Gemeinden haben sich an der Finanzierung des Projektes beteiligt.

Strom für 12.000 Haushalte

„Wir rechnen mit einer jährlichen Stromproduktion von rund 42 Millionen Kilowattstunden. Dies ist ausreichend, um rund 12.000 Durchschnittshaushalte mit umweltfreundlichem Strom zu versorgen“, sagt VenSol-Geschäftsführer Christian Böhm. Die Vermarktung des produzierten Stroms an der Strombörse übernimmt der Energiedienstleister Mark-E, einem Tochterunternehmen der Enervie Gruppe. Ein Teil der Mehrerlöse wird dabei, anders als bei der EEG-Vermarktung, direkt an den Betreiber weitergegeben. Damit ist der Mehrertrag höher als beim bisherigen Modell der festen Einspeisevergütung.

Das Marktprämienmodell wurde Anfang 2012 durch das Bundesumweltministerium eingeführt. Seitdem können Betreiber einer Anlage, die Strom aus erneuerbaren Energiequellen erzeugt, entscheiden, ob sie – wie zuvor gesetzlich festgeschrieben – den Strom über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) vergüten lassen oder selbst wirtschaftlich vermarkten.

Das Marktprämienmodell ist hierbei neben dem Grünstromprivileg und einer sonstigen Direktvermarktung eine von drei Arten, aus denen ein Anlagenbetreiber wählen kann, um für seinen erzeugten Strom eine höhere Prämie zu erhalten als nur durch die EEG-Vergütung. Das  Marktprämienmodell umfasst beispielsweise für Solar- und Windenergiestrom die Marktprämie selbst sowie eine Managementprämie.

Daniel Seemann

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