Flugwindkraftanlagen

Flugdrache

Eine Revolution im Windenergiesektor könnten Flugwindkraftanlagen auslösen. So entwickelt beispielsweise die Firma EnerKite mobile Anlagen, die einen größeren Einsatzbereich als konventionelle Windkraftanlagen haben. Des Weiteren sollen sie stärker ausgelastet sein.

Nur 25 Prozent ihrer Zeit laufen konventionelle Windkraftanlagen unter Nennleistung. EnerKite1) ist das zu wenig. Die brandenburgische Firma stellt Flugwindkraftanlagen her, die bis zu 90 Prozent ihrer Laufzeit Strom produzieren und über 4.000 Stunden pro Jahr unter Volllast arbeiten sollen.

Die mobile Flugwindkraftanlage sieht aus wie ein Feuerwehrauto mit einer Generatorwinde auf dem Dach. Darüber läuft – an einem Halteseil und zwei Steuerseilen befestigt – ein Segel, das wie das Segel eines Kitesurfsbretts aussieht. Die Seile werden langsam auf eine Höhe von 300 bis 500 Metern heraus gelassen. Das Segel bewegt sich dabei in Form einer Acht bei maximaler Seilkraft quer zum Wind und generiert durch den Auftrieb Energie.

Diese Arbeitsphase dauert länger als die anschließende Rückholphase. Hierbei arbeitet der Generator kurzfristig als Motor und zieht das Seil wieder auf die Ausgangshöhe von etwa 100 Metern ein. Da die Ausrollphase länger als die Rückholphase dauert, wird ein Plus an Energie erzeugt. Die Flugdetails werden mithilfe eines Sensorsystems erfasst. Der Anstellwinkel kann somit jederzeit geändert werden, um maximale Energieausbeute zu gewinnen.

Neben der starken Auslastung bieten Flugwindkraftanlagen weitere Vorteile gegenüber konventionellen Windkraftanlagen: Sie können in größeren Höhen eingesetzt werden, wo die Winde stark und stetig wehen. Möglich ist ihr Einsatz ab einer Windgeschwindigkeit von drei Metern pro Sekunde. Darunter können die Drachen durch Energiezufuhr in der Luft gehalten werden.

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Der Materialaufwand für die Flugwindkraftanlagen ist deutlich geringer. Die Kräfte werden durch Seile zum Boden übertragen, wodurch die Fundamente kleiner ausfallen. Durch das niedrigere Gewicht können Offshore-Gebiete genutzt werden, die mit konventionellen Windkraftanlagen nicht erschlossen werden können. Durch die Bauweise mit Auto und Segel sind die neuartigen Windkraftanlagen mobil, was ihr Einsatzgebiet vergrößert.

Die Produktentwicklung soll bis 2014 abgeschlossen sein. Vorerst sind 30- bis 300-Kilowattanlagen geplant.

Judith Kronberg

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