Erster Offshore-Windpark Deutschlands geht ans Netz

45 Kilometer nördlich vor der Nordseeinsel Borkum leiten seit letzter Woche drei Offshore-Windenergieanlagen erstmals Strom in das deutsche Netz ein. Die Windräder befinden sich zurzeit im Einstellbetrieb, um die technische Leistungsfähigkeit zu optimieren. Sie sind Teil des Projekts Alpha Ventus. Der zum Teil noch im Bau befindliche Windpark umfasst insgesamt zwölf Anlagen der Fünf-Megawatt-Klasse und soll bis zum Ende des Jahres komplett in Betrieb genommen werden. Der eingespeiste Strom wird dann zirka 50.000 Haushalte mit Energie versorgen können.

Das Projekt wird von der Deutschen Offshore- Testfeld und Infrastruktur GmbH (DOTI), einer Tochtergesellschaft der Energiekonzerne EWE, Eon und Vattenfall, durchgeführt und mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) gefördert.

Zwar gibt es vor den Küsten anderer Ländern wie Dänemark und Großbritannien bereits Offshore-Windparks, dennoch hat Alpha Venus Pilotcharakter. Unter Anderem, weil er sich so weit vor der Küste befindet. Die Verankerung der Anlagen befindet sich etwa 30 Meter unter Wasser.

Angeschlossen sind daher auch eine Reihe von Forschungsprojekten, die unter dem Namen Research at alpha ventus (RAVE) zusammengefasst werden. Diese, ebenfalls vom BMU geförderte Forschungsinitiative, wird eine Reihe von Daten erfassen, die dann dazu beitragen, zukünftige Offshore-Windparks zu optimieren. Zum Beispiel wird die Belastungsfähigkeit sowie die ökologische Verträglichkeit der Anlagen untersucht. Die Bundesregierung hat sich zum Ziel Gesetzt, dass bis zum Jahr 2030 Offshore-Windparks mit einer installierten Leistung von insgesamt 20 bis 25 Gigawatt vor den Küsten Deutschlands errichtet werden sollen. Derweil sind in Nord- und Ostsee neben Alpha Ventus bereits 20 weitere deutsche Windparkprojekte genehmigt. Viele Weitere befinden sich im Genehmigungsverfahren.

Mehr Informationen zu dem Pilotprojekt finden sich auf der Website von Alpha Ventus. Eine Übersichtskarte der aktuell geplanten Windparks kann hier eingesehen werden.

Oliver Hölzinger

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