Eiffelturm bekommt Windräder auf der ersten Etage

Eiffelturm

Auf der Suche nach einem geeigneten Standort für Windkraftanlagen werden immer öfter Stadtgebiete ins Auge gefasst. Denn mit Kriterien wie der Infrastruktur und Höhenlage können diese sogar punkten. Windräder in urbanen Räumen besitzen bei Anwohnern aber weniger Akzeptanz als in ländlichen Gegenden. Begründet liegt die Ablehnung in der Befürchtung, die Anlagen könnten aufgrund der Enge Schatten werfen, Lärm verursachen und die Sicherheit gefährden.

Aus diesem Grund sind kleine, vertikale Anlagen auch besser für den städtischen Einsatz geeignet als die konventionellen Windkraftanlagen. Denn sie verursachen kaum Schatten und sind geräuschärmer. Deren Energieausbeute verstärkt sich, wenn sie auf und an Gebäuden installiert werden. Schließlich finden sich in luftiger Höhe weniger Hindernisse, die die Windgeschwindigkeit bremsen könnten.

Ein geeigneter Ort wäre da zum Beispiel der Eiffelturm in Paris. Er bietet den regenerativen Energien optimale Höhenbedingungen, auch aufgrund seiner hohen Winddurchlässigkeit. Demzufolge hat sich die Betreibergesellschaft Société Nouvelle d’exploitation de la Tour Eiffel, kurz SNTE, nun entschieden, die Gelegenheit wahrzunehmen und erneuerbare Energien auf dem Turm zu installieren. Ein ökologisches Image kann der eisernen Dame dabei auch nicht schaden: Mit einem jährlichen Verbrauch von 7,8 Millionen Kilowattstunden Strom ist sie nicht für ihre Sparsamkeit bekannt.

Erst wurde überlegt, eine sieben Meter hohe Windkraftanlage auf dem Turmgipfel zu installieren. Im November letzten Jahres beschlossen die Betreiber aber doch die Errichtung von vier vertikalen Windrädern.

Das umweltfreundliche Gestalten findet infolge einer Renovierung der ersten Etage des Eiffelturms statt. Die erste Plattform in 57 Meter Höhe soll damit mehr Anziehungskraft entwickeln. Bis Ende des Jahres 2013 werden die Arbeiten voraussichtlich andauern, was aber keine Schließung des Turms zur Folge hat.

Umweltfreundliche Gestaltung des Eiffelturms

Die Architekten entschieden sich für einen Glasboden auf der Plattform, der die thermische Isolierung verbessern wird. Die vier Windräder werden seitlich unter dem Pavillon Ferrié angebracht, damit sie nicht zu sehr auffallen. Geschätzte 8.000 Kilowattstunden Strom sollen die Windräder dann pro Jahr produzieren.

Des Weiteren wird die Solarthermie auf dem Ferrié Gebäude der ersten Etage eine Rolle spielen. Dort nämlich kann mit Hilfe von vier Solarkollektoren zukünftig Sonnenenergie in Wärme umgewandelt und für die Wassererwärmung genutzt werden. Nach Angaben der Betreiber würde sich die Energieeffizienz so um 30 Prozent verbessern. Insgesamt werden die zehn Quadratmeter großen Kollektoren 50 Prozent des Warmwasserverbrauchs für die Sanitäranlagen und Restaurants abdecken.

Zudem sind Regenwasserspeicher und ein kleines Wasserkraftwerk geplant. Letzteres soll in das Wasserversorgungsnetz integriert werden. Und die Umsetzung der Idee, den Eiffelturm zu begrünen, ist nur noch eine Frage der Zeit.

Jenny Lohse

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