Die fliegende Ballon-Turbine

fliegende Windturbine

Gerade bei den betroffenen Anwohnern sind Windkraftanlagen oft nicht besonders beliebt und zudem sind überhaupt erst passende Gegenden mit verlässlich starken Windverhältnissen rar. Eine Möglichkeit beide Probleme auf einen Schlag zu lösen, ist die Verlagerung der Windkraftanlagen in luftige Höhen. Aus diesem Grund hat das Unternehmen Altaeros Energies mit seiner Airborne Wind Turbine einen flugfähigen Windkraftwerksprototypen entwickelt, der im Probelauf mehr als doppelt so viel Energie als übliche Turmkonstuktionen erzeugen konnte.

Das abenteuerliche Testgefährt ist eigentlich relativ simpel aufgebaut und besteht aus einem ringförmigen Ballon mit einem Durchmesser von 10,7 Metern, der in einem leichten Gerüst montiert wurde. In der Mitte ist dann ein Windrad montiert, das die stetig wehenden Höhenwinde in nutzbare Energie umwandelt. Seine Flugfähigkeit erhält die Airborne Wind Turbine durch Helium. Dicke Kabel sorgen dafür, dass die Ballon-Turbine nicht davon fliegt und der gewonnene Strom auch zum Erdboden transportiert werden kann.

Die in Limestone im amerikanischen Bundesstaat Maine getestete Pilotanlage erreichte dabei eine Flughöhe von über 100 Metern und konnte dort deutlich stärkere und konstantere Winde als in Bodennähe zur Energiegewinnung nutzen. Doch damit geben sich die Entwickler der Airborne Wind Turbine längst nicht zufrieden und wollen ihrer Windturbine Höhenflüge bis über 1.000 Fuß (etwa 300 Meter) ermöglichen, wo noch stärkere Winde für eine weitere Steigerung der Stromerträge Windturbine in Höhe-kleinsorgen würden. Dabei soll das Windkraftwerk sogar Hurricanes trotzen können und wenn es dort oben doch einmal zu turbulent werden sollte, lässt ein Notfallmechanismus die Konstruktion sanft zurück zum Erdboden schweben.

Weitere Vorteile der neu entwickelten Ballon-Turbine liegen laut ihrem Erfinder, Ben Glass, auf der Hand: „Jahrzehntelang benötigte man Kräne und Türme, um schwache Winde auf niedrigen Höhen nutzen zu können. Wir freuen uns, dass wir zeigen konnten, wie man dank moderner, aufblasbarer Materialien Windturbinen in Regionen mit stärkeren Winden befördern kann – und das mit einer preislich konkurrenzfähigen Plattform, die sich leicht in Betrieb nehmen lässt.“

Da die Idee Windkraft in luftigen Höhen zu gewinnen ja eine durchaus nahe liegende ist, verwundert es nicht, dass die fliegende Windturbine von Altaeros Energies längst nicht die einzige ihrer Art ist. So arbeiten auch einige andere Unternehmen an dem Flugkraftwerk der Zukunft und seit 2010 forscht auch die NASA in diesem Bereich.

Matthias Schaffer

3 Bemerkungen

  • Diese „Innovation“ halte ich für Spielzeug, höchstens geeignet um die technisch evolutionierte Windkraftanlage, wie wir sie heute kennen, beim Laien zu diskreditieren. Aber mal angenommen, dass diese Tüftler es ernst und gut meinen, dann leben sie hinterm Mond.

    Bei zweieinhalb Metern Rotordurchmesser kann man alles bauen und beherrschen, auch einen vier mal so großen Heliumringballon drumrum. Auch kann man ihn mit „Kabeln“ (richtig übersetzt handelt es sich um Seile) sichern. Aber selbst bei den Winden in 300 m Höhe reicht so ein Teil nur für einen Haushalt.

    Hierzu muss man wissen, dass der Ertrag zwar in der dritten Potenz der Windgeschwindigkeit steigt, aber eben auch in der zweiten Potenz des Durchmessers: Moderne Anlagen haben 100 bis 130 m Rotordurchmesser und erreichen 200 m Spitzenhöhe. Ein dazu passender Ballon von einem halben Kilometer ist weder zu bezahlen noch bei Sturm zu sichern. Anstelle von dem Aufwand kann man etliche weitere Anlagen auf festen Fundamenten errichten, die dann auch ohne Luftfahrzeugzulassung in Industrieländern und mit 20 Jahren Lebenserwartung betrieben werden können.

  • Ich kann mich em Kommentar von Frank Stephan nur anschliessen. Kein Wunder, dass solche „fliegende Windkraftanlagen“ wurden in der konservativen, Atomenergie-nahestehendem Lobby popularisiert – Fokus, FAZ, Wirtschaftwoche etc. Der anleitende Satz „Gerade bei den betroffenen Anwohnern sind Windkraftanlagen oft nicht besonders beliebt…“ verrät auch warum es hier geht – Schlechtmacherei der Konventionellen WKAs.

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