Danziger Werft steigt ins Windpark-Geschäft ein

Die altehrwürdige Danziger Werft hat ein neues Geschäftsfeld: Es geht um die Produktion von Propellern und Türmen für Windparkanlagen. Das berichtet die Online-Ausgabe der einheimischen Fachzeitung für die Industrie „Nowy Przemysl“. Damit steigt das Schiffbauunternehmen in eine Branche ein, die in Polen stark gefördert wird, auch wenn sie sich bisher nicht hat vollständig durchsetzen können. Dabei forciert die Werft bereits jetzt das Tempo, um möglichst schnell die ersten Umsätze zu machen. „Wir werden schon im vierten Quartal des laufenden Jahres mit der Herstellung beginnen“, sagte der Direktor des Gesamtkonzerns Gdańsk Shipyard Group, Maciej Mierzwiński, auf einer Fachtagung in Warschau. Die Propeller und Türme werden seinen Aussagen zufolge in einer der Hallen auf dem Werksgelände produziert, die sich im Eigentum des Konzerns befinden. „Im Laufe eines Jahres können dort rund hundert Türme entstehen“, führte Mierzwiński weiter aus.

 

Doch das ist noch nicht alles. „Wir arbeiten bereits an einer zweiten Produktionslinie, die über eine jährliche Kapazität von 200 Türmen verfügen soll“, erklärte der Manager. Diese zweite Etappe der Investition werde im Jahr 2012 beendet sein. Die Gdańsk Shipyard Group engagiere sich somit auf einem Markt, der sich dynamisch entwickele. Das Unternehmen sei dabei in der Lage, seine Produkte zu konkurrenzfähigen Preisen anzubieten. „In Polen sind die Arbeitskosten vergleichsweise niedrig“, sagte der Manager. Der Durchschnittslohn liegt derzeit bei 3.400 Zloty (rund 850 Euro).  Außerdem fallen die geringen Transportkosten ins Gewicht. Die Werft verfügt seinen Aussagen zufolge über „große Erfahrungen bei der Konstruktion von Stahlrohren“. Die Investition in dieses neue Geschäftsfeld beträgt mindestens 40 Millionen Euro. Insgesamt werden nach Abschluss der zweiten Etappe des Projektes 200 neue Arbeitsplätze entstehen.

Hintergrund: Vor mehr als 20 Jahren sammelten sich in der Danziger Werft die Arbeiter um den legendären Lech Walesa, um gegen die damaligen kommunistischen Machthaber in Polen zu protestieren. Das war der Beginn des Umsturzes der kommunistischen Diktatur in ganz Ost-Europa. Seitdem hat das Schiffbau-Werk mit geschäftlichen Problemen zu kämpfen und sucht immer wieder neue Möglichkeiten, um am Markt zu bestehen. Die Investition ins Windparkgeschäft scheint deswegen vielversprechend, weil diese umweltfreundliche Technologie staatlich gefördert wird.

Sebastian Becker

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