Bürgerwindparks steigern Akzeptanz für Erneuerbare Energien

Windkraftanlagen

In dieser Woche findet die Welt-Windenergiekonferenz in Bonn statt. Das Treffen konzentriert sich dieses Jahr auf die dezentrale Stromversorgung, da sie als probates Mittel für die Energiewende gilt. Denn mit dem Wechsel zu einer nachhaltigen Energieversorgung investieren die Bürger zunehmend in erneuerbare Energien und loten lokale Möglichkeiten aus. Dadurch steigt deren Beteiligung an Energiegenossenschaften stetig an. Das liegt auch an der demokratischen und dynamischen Struktur einer Genossenschaft, die dem Wunsch nach mehr Handlungsspielraum entgegen kommt.

Vor allem die Sonnenenergie hat es den Investitionswilligen in Deutschland angetan. Im Jahr 2009 existierten an die 150 Erzeugergenossenschaften, die sich auf Photovoltaikanlagen spezialisierten. Dass inzwischen auch Windkraftanlagen für Genossenschaften attraktiv sind, liegt unter anderem an der Novellierung des Genossenschaftsgesetzes im Jahr 2006. Zum einen besagt die neue Fassung, dass sich für die Gründung nur noch drei statt sieben Mitglieder zusammen finden müssen. Außerdem können mit der Förderung auch kulturelle sowie soziale Ideen unterstützt werden. Ein weiterer interessanter Aspekt ist das Einbringen von Sachgründungen wie beispielsweise Grundstücke.

Somit beinhaltet das Programm der Welt-Windenergiekonferenz auch die Präsentation von Windanlagenprojekten der Kommunen und der Öffentlichkeit. Vertreten sind unter anderem die MaxWäll Energiegenossenschaft und die Kooperative „The Windvogel“ aus den Niederlanden.

Wesen der Genossenschaft

Dank des Integrierens der Leute vor Ort liegt der bedeutende Vorteil der Genossenschaften in der größeren Akzeptanz für den Bau der Windkraftanlagen. Für die Vorfinanzierung eines Windkraftprojektes ist eine Summe von rund 50.000 Euro vonnöten, um Wirtschaftlichkeitsberechnungen, Windgutachten und Planungskosten zu erstellen. Die Anzahlung macht den Weg frei, später als Teilhaber zu agieren, wenn das Projekt umgesetzt wird. Dazu zählen können zum Beispiel Landwirte, Banken, Gemeinden oder auch Schulen. Der erzielte Nutzen aus dem Projekt kann somit für eine Verbesserung der lokalen Wirtschaft eingesetzt werden.

Bürgerwindparks in Deutschland

In Nordfriesland zählen ungefähr 90 Prozent der betriebenen Windparks zu Genossenschaften. Da gibt es die Gemeinde Reußenköge, auf deren Gebiet Windräder mit einer Leistung von 140 Megawatt aufgestellt wurden. An die 80 Prozent der Haushalte sind an dem Windpark beteiligt.

Die Drahtzieher des Vorhabens stammen meist aus der Region und arbeiten mit der Gemeinde und Bevölkerung zusammen. Hierbei werden die Anwohner bei der Anteilvergabe bevorzugt. Für die Projektdurchführung sind regionale Planungsbüros, Unternehmen und Banken involviert.

Im übrigen Deutschland hinken Kommunen und Öffentlichkeit den Bürgerwindparks dagegen noch hinterher. Doch Brandenburg wird bald aufholen: Seit Juni dieses Jahres existiert in dem Bundesland eine Förderung von Bürgerwindparks. Der sogenannte „Kredit Erneuerbare Energien“ gewährt bis zu 25 Millionen Euro und könnte somit eventuell die gesamten Kosten des Projektes decken.

Die UNO hat das Jahr 2012 zum internationalen Jahr der Genossenschaften erklärt. Wer weiß, ob mit den Bürgerwindparks nun auch die Attraktivität der Genossenschaften steigt.

Jenny Lohse

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