2015 bringt weiter Aufwind

Die deutsche Windenergie befindet sich im Aufwind

Bereits letztes Jahr lief es gut für die deutsche Windkraftbranche. Denn niemals zuvor wurden mehr Windkraftanlagen gebaut und ging mehr neu installierte Leistung ans Netz als 2014. Ein Rekordjahr, das dieses Jahr allerdings schon wieder übertroffen werden könnte. Denn schon vergangenen Januar lief die Windstrom – Erzeugung erneut auf Rekordniveau. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, verspricht auch 2015 ein Rekordjahr für die deutsche Windkraft zu werden.

Bisher am meisten Windstrom wurde in Deutschland im Dezember letzten Jahres erzeugt. Damals drehten sich bundesweit fast 25.000 Windkraftanlagen und produzierten rund 9,5 Milliarden Kilowattstunden Strom. Den Rekord verdankte die Windkraftbranche vor allem dem stürmischen Dezemberwetter. Doch nicht nur der Dezember war ein guter Monat für die Branche. Das ganze letzte Jahr war Rekordverdächtig. Verglichen mit 2013 stieg die aus Windkraft generierte Leistung 2014 deutschlandweit um 60 Prozent. Das sind rund 4750 Megawatt mehr als 2013.

Ende 2014 verkündete der Bundesverband für Windenergie (BWE), dass auch für 2015 weiteres Wachstum zu erwarten sei. Diese Prognose hat sich nun bereits bestätigt, denn auch der Januar 2015 war für die deutsche Windkraftbranche ein weiterer Rekordmonat. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) und das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) teilten vergangenen Freitag mit, dass letzten Monat etwas mehr als 10 Milliarden Kilowattstunden Windenergie erzeugt wurden. Damit ist der Dezember 2014 um fast eine halbe Milliarde Kilowattstunden (Kwh) übertroffen worden.

Den erneuten Rekord erklären der BDEW und das ZSW vor allem mit dem sehr starken Zubau von Windkraftanlagen in den vergangenen Monaten und Jahren, aber auch durch drei außergewöhnliche Starkwindphasen im Januar, in denen die Anlagen auf Hochtouren laufen konnten. Generell werde in Deutschland in den Wintermonaten aufgrund eines stärkeren Windaufkommens weit mehr Windenergie erzeugt als zur Sommerzeit, teilte der BDEW mit. Der letztjährige Tiefstand wurde demnach im Juli mit nur rund 2,5 Mrd. Kwh Windstrom gemessen.

Auch in Europa konnte 2014 ein deutlicher Zuwachs und Leistungsanstieg bei der Windenergie beobachtet werden. Fast die Hälfte (44 Prozent) aller 2014 in der EU neu erbauten Kraftwerke waren Windkraftanlagen. Damit stieg die Windenergieleistung in der EU 2014 um 12 Gigawatt auf insgesamt kanpp 129 Gigawatt und übertraf die Gesamtleistung aller 2014 in der EU neu errichteten Gas- und Kohlekraftwerke zusammen. Das geht aus neu veröffentlichen Daten der europäischen Windkraftvereinigung EWEA hervor.

Außerdem ist es der gesamteuropäischen Windkraft Ende 2014 sogar gelungen, die Atomkraft zu überholen, gab die IG Windkraft bekannt. „Dieser symbolische Sieg der Windenergie muss die Richtung für die zukünftige Energiepolitik in der EU weisen“, sagte Stefan Moidl, der Geschäftsführer der IG Windkraft. „Europa braucht kein Hinkley Point, kein Olkiluoto und keinen Ausbau von Temelin“. Die Zukunft Europas liegt in den Erneuerbaren und nicht in der Atomenergie“.

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