Analyse Deutschland – Windenergie

Seit Jahrtausenden macht sich der Mensch die Kraft des Windes zunutzen. Erste sichere Dokumentationen von Windmühlen stammen aus dem 1. Jahrhundert nach Christus, allerdings wurde hier durch Windkraft kein Strom erzeugt, sondern lediglich eine Orgel betrieben. Erst durch die Ölkrise in den siebziger Jahren wurde vermehrt nach alternativen Möglichkeiten der Energieerzeugung geforscht und der Grundstein für die Entwicklung der heutigen Windkraftanlagen gelegt.

Ihre Rolle zur nachhaltigen Energieversorgung stieg in den vergangen Jahrzehnten stetig und so wurde die Stromerzeugung mittels Windenergie zu einem wichtigen Standbein im Rahmen der erneuerbaren Energien. Zwei verschiedene Konzepte, um effizient Windenergie in Elektrizität umzuwandeln, werden dabei unterschieden – Generatoren mit und ohne Getriebe. Die Deutsche Windindustrie liegt momentan an der technologischen Spitze des gesamten Weltmarktes und bildet damit eine tragende Säule in der globalen Windindustrie. Die meisten Windenergieanlagen und Bauteile werden von deutschen Herstellern produziert und die, mit sechs Megawatt, derzeit leistungsstärkste Anlage wird hierzulande betrieben.

Windenergie in Zahlen

Seit 1990 verzeichnet die Windbranche einen enormen Wachstum, der nicht zuletzt mit der Einführung des „Erneuerbare-Energie-Gesetzes“ (EEG) im Jahr 1991 zusammenhängt. Belief sich die installierte Leistung der Windkraftanlagen im Jahr 1990 noch auf 56 Megawatt, so stieg diese bis zum Jahr 2008 auf 23.895 Megawatt an. Die Windenergie leistet überdies mit 40.400 Gigawattstunden (2008) den höchsten Beitrag der erneuerbaren Energien an der deutschlandweiten Stromerzeugung, doppelt soviel wie die Wasserkraft, und steht damit unangefochten auf Platz 1. Auch die stetige Fortentwicklung der Technologie trägt ihren Teil zu dem gewaltigen Wachstum der Windenergie bei. Verbesserung der Auslastung und Wartungsfreundlichkeit genießen hierbei oberste Prioriät und führten bereits in den vergangenen 25 Jahren zu einer Steigerung der Leistungsfähigkeit von Windkraftanlagen von 30 auf 5.000 Kilowatt.

Vor- und Nachteile der Windenergie

Da der Wind nie konstant weht, sind die Windkraftanlagen einer stetigen Schwankung unterlegen – weht der Wind nicht, muss der Strom aus anderen Quellen gewonnen werden. Durch moderne meteorologische Programme lassen sich die Windverhältnisse allerdings relativ genau vorhersagen, die Stromeinspeisung somit vom Netzbetreiber entsprechend anpassen und sich die Windenergie gut ins Netz integrieren. Die Produktion von Windenergie passt zudem gut zum elektrischen Bedarf. Windflauten treten häufig während der Nachtstunden auf, weniger am Tag und auch das Windaufkommen ist in Deutschland im Winter stärker, als in den Sommermonaten, womit der Strom dann produziert wird, wenn er vermehrt gebraucht wird.

Vielfach drücken „Nachbarn“ von Windkraftanlagen ihren Unmut und ihre Ängste in großangelegten Protestaktionen aus. Häufigste Kritikpunkte sind dabei Lärmbelästigung und Schattenwurf. Durch die strengen Auflagen zum Aufstellen einer Anlage sind diese Ängste jedoch unbegründet. Der Schattenwurf etwa darf eine tägliche Beschattungsdauer von 30 Minuten (maximal 30 Stunden pro Jahr) nicht überschreiten, werden die zulässigen Grenzwerte überschritten, so sind diese Analgen mittels Sensorautomatik während der kritischen Stunden abzuschalten. Auch der erlaubte Lärmpegel unterliegt strengen Vorschriften und ist gesetzlich geregelt, Wohnortabhängig (Industriegebiet, reines Wohngebiet) sind hier die Werte auf 35 bis 70 Dezibel limitiert. Die Vermutung, Windkraftanlagen würden bei starken Winden besonders lärmen, kann ebenfalls schnell widerlegt werden, denn besonders dann sind die Anlagen kaum hörbar, weil die Umgebungsgeräusche der Landschaft (beispielsweise Windgeräusche von Bäumen) diese übertönen.

Aussichten

Auch in Zukunft wird die Windbranche einen weiteren Wachstum verzeichnen können, die höhe dieses Wachstums hängt jedoch maßgeblich von den energiepolitischen Rahmenbedingungen ab. Durch Repowering werden derzeit in Deutschland veraltete Maschinen durch leisere, leistungsstärkere ersetzt und so ertragreiche Standorte vermehrt genutzt, ebenso erfährt der Ausbau von Offshore-Windparks eine zunehmende Bedeutung. Der Ausbau des Stromnetzes zur verbesserten Nutzung des Netzsystems spielt ebenso für den Wachstumserfolg eine gewichtige Rolle, denn nur so lassen sich große Windstrommengen über längere Strecken ohne große Verluste transportieren und effizient in das Netz einspeisen. Die Speicherung von überschüssigem Windstrom mittels Druckluftspeicherverfahren wird ebenfalls von Forschern und Entwicklern angestrebt und konstant weiterverfolgt.

Judith Schomaker

Quellen:
renewables „made in Germany“
Bundesverband Windenergie e.V.
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU)

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