Wie wahrscheinlich ist ein Blackout in Deutschland?

Die Temperaturen sinken. Der Winter hat uns fest im Griff. Und immer wieder liest oder hört man von einem möglichen Blackout – auch hier in Deutschland. Doch droht ein solches Szenario wirklich? Und hat die Energiewende etwas damit zu tun? Wir sind dem Thema nachgegangen:

Blackout – darunter versteht man den Zusammenbruch der gesamten Stromversorgung, also ein großflächiger und langanhaltender Stromausfall durch ein unvorhergesehenes Ereignis, wie z.B. ein Hackerangriff, oder auch ein Unwetter. Die Folgen davon sind verheerend – bereits ab dem ersten Moment kommt es zu massiven Ausfällen, z.B. im Verkehr und in Krankenhäusern. Man kann nicht mehr telefonieren, da die Sendemasten nicht mehr funktionieren, tanken oder mit EC-Karte einkaufen. Die Lage verschlimmert sich stündlich.

Was sich so dramatisch liest – ist zum Glück in Deutschland sehr unwahrscheinlich. Laut Bundesnetzagentur hat es derartige Stromausfälle in Deutschland noch nicht gegeben und sie sind auch in Zukunft nicht zu erwarten, da „Deutschlands Stromnetz zu den sichersten in Europa gehört“, wie Risikobewertungen der Bundesnetzagentur zeigen[i].

Was sind Brownouts?

Anders verhält es sich mit sogenannten Brownouts. Hierbei handelt es sich um einen gezielten Eingriff in die Stromversorgung. Derartige Eingriffe sind gewollt, temporär und räumlich begrenzt. Dabei kann beispielsweise der Strom in einzelnen Stadtvierteln stundenweise abgestellt werden. Das Risiko für einen Brownout ist diesen Winter in der Tat höher – allerdings muss es von einem unkontrollierten Stromausfall, einem Blackout, klar unterschieden werden.

Die Gründe für mögliche Brownouts liegen in der Energiekrise und anderen Faktoren:

Denn: die deutschen Atomkraftwerke laufen nun zwar noch etwas länger, bis April 2023, allerdings nur als Notfallreserve und im Streckbetrieb. Das heißt es werden keine neuen Brennstäbe mehr angeschafft, der Reaktor bringt damit keine volle Leistung mehr und verliert sogar täglich an Leistung.

Auch der Einsatz von Gaskraftwerken ist fraglich – zurückzuführen ist dies auf die Gasknappheit. Laut Wirtschaftsminister Robert Habeck sind die Gasspeicher zu Beginn des Winters zwar voll. Engpässe sind jedoch nicht ausgeschlossen.

Was ist mit Sonne und PV? Auch an dieser Front sieht es im Winter nicht gut aus: Aufgrund der sogenannten Dunkelflaute – wenig Sonne und wenig Wind – liefern auch Windkraft und Photovoltaik im Winter deutlich weniger Energie.

Wenn dann noch die 650.000 verkauften Heizlüfter von Privathaushalten wegen zu wenig Gas ans Netz gehen, dann könnte es eng werden und zu einer Überlastung der Stromnetze kommen.

Gezielte Maßnahmen und Konsequenzen

Sollten diese Faktoren greifen, dann könnte es zu einer gewollten Unterbrechung der Stromversorgung kommen. Denn die Stabilität der Netze ist der allesentscheidende Faktor. Die Frequenz im Netz muss stabil bei 50 Hertz liegen. Da das Netz keine Elektrizität speichern kann, muss immer genau so viel Strom eingespeist werden, wie verbraucht wird. Wenn dieses Gleichgewicht zu kippen droht, kann es zu einer kurzfristigen Abschaltung des Stroms durch die Netzbetreiber kommen. Es ist aber nicht davon auszugehen, dass ein solcher Stromausfall länger als 90 Minuten dauert – kein Grund zur Panik und der Kühlschrank taut auch nicht ab.

Wer nun denkt, dass die Energiewende etwas mit den Unsicherheiten im Energiesystem zu tun hat, und derartige Engpässe zunehmen, wenn Windkraft und Solarenergie weiter ausgebaut werden, der irrt allerdings. Laut Experten[ii] ist das Gegenteil der Fall. Damit wir in den kommenden Wintern sicher sind, ist der Ausbau der Netzstruktur wichtig. Mit konsequentem Voranschreiten beim Ausbau der Erneuerbaren Energien sowie der Speicherkapazitäten sind wir nicht nur unabhängiger, sondern können den Anforderungen der Energieversorgung besser gerecht werden.

 

[i] Quelle: Bundesnetzagentur sieht nur geringes Risiko für Stromausfall | Bundesregierung

[ii] Quelle:  Transstabil-EE (fraunhofer.de)

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