Wasserkraftwerke – regenerativer Energieträger für die Zukunft?

Alaska

Der Wechsel zu erneuerbaren Energien wird vorangetrieben und das nicht nur in Sachen Photovoltaikanlagen oder Windkrafträdern. Auch der Ausbau von Wasserkraftwerken wird immer stärker fokussiert. Doch findet sich darin wirklich eine sinnvolle Alternative zu den herkömmlichen Energieträgern? Der dafür notwendige Bau von Staudämmen steht dabei im Mittelpunkt der Diskussion, so auch bei einem für das Jahr 2023 geplanten Wasserkraftwerk in Alaska.

Hier soll der 503 Kilometer lange Susitna River – einer der letzten wilden Flüsse des Landes – aufgestaut werden. Mit der Errichtung einer 213 Meter hohen Staumauer liegt die Leistung der Anlage bei 600 Megawatt. Damit weisen Staudämme ein hohes Vermögen auf, am Ausbau erneuerbarer Energieträger teilzuhaben und die Entwicklung eines Landes voranzutreiben. Doch bleibt dieser Erfolg nicht ohne soziale und ökologische Schäden. So werden die extrem hohen Kosten von etwa 4,5 Milliarden US-Dollar kritisiert und auf die nötige Umsiedlung der Bevölkerung sowie auf die ökologischen Folgen hingewiesen.

Wie bei vielen Staudämmen das Problem, bildet auch hier das Absinken des Grundwasserspiegels ein hohes Risiko, was streckenweise bis zum Versiegen des Flussbetts führen kann, wie schon beim aufgestauten Colorado-River zu sehen. Fauna und Flora verlieren folglich ihren natürlichen Lebensraum, Fischwanderungen bleiben aus, Landlebewesen verlassen ihr Revier, Pflanzen können sich zumeist nicht an die veränderten Lebensbedingungen anpassen und sterben im betroffenen Gebiet aus. Des Weiteren befindet sich der US-Bundesstaat Alaska durch die stetig stärker werdenden Folgen des Klimawandels, unter anderem dem Auftauen der Permafrostböden und dem Rückgang des Eises, ohnehin im Mittelpunkt von Umweltdebatten.

Auch bleibt der vehemente Widerspruch der Umweltverbände ungeachtet. Bis in spätestens fünf Jahren soll der endgültige Beschluss über die Baupläne gefällt werden. Doch scheint die Errichtung des zweitgrößten Staudammprojekts in den USA trotz der schweren Folgen für Mensch und Umwelt schon so gut wie gesichert.

Luisa Egenlauf

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