Mini-Wasserkraftwerke für kleine Dörfer

Dorf in Alaska

Bei Autofahrten durch die deutsche Provinz sind sie mittlerweile allgegenwärtig: Solaranlagen auf den Dächern von Privathäusern versorgen viele Haushalte mittlerweile mit kostenlosem Strom aus Sonnenenergie. Auch das eine oder andere Windrad für den Hausgebrauch kann gesichtet werden.

Dieser zukunftsweisende Ansatz lokaler Versorgung mit erneuerbarere Energie wurde jetzt um eine spannende Option, dem Mini-Wasserkraftwerk, erweitert, wie das Online-Magazin „Treehugger“ berichtet. In den USA hat das kleine Dörfchen Eagle in Alaska jüngst ein solches Mini-Wasserkraftwerk in Betrieb genommen und versorgt sich so komplett mit erneuerbarer Energie.

Besonders ist an dem Mini-Kraftwerk, dass es auf einem Fluss schwimmt. Es wird also kein Staudamm benötigt, aus dem das Wasser abgelassen wird um die Turbinen anzutreiben.

Nun hat zwar nicht jedes Dorf in Deutschland einen Fluss um die Ecke, aber vom Ansatz her ist das Konzept durchaus umweltfreundlicher als herkömmliche Wasserkraftwerke, denn gerade der Dammbau gilt als extrem schädigend für die Natur.

Das Problem ist leider nur die geringe Leistung des Mini-Wasserkraftwerks: Gerade einmal 25 Kilowatt hat die Turbine – ausreichend für die 68 Einwohner von Eagle, aber wohl nicht für eine größere deutsche Kleinstadt, in der solch ein Kraftwerk durchaus Sinn machen würde. Wohingegen für kleine Bergdörfer in Süddeutschland durchaus ein denkbar großer Schritt in Sachen Energieunabhängigkeit.

In den USA ist das Beispiel jedenfalls überaus positiv von Politik und Wirtschaft aufgenommen worden und es wurde auch gleich zur Tat geschritten: Die US-Firma Free Flow Power hat kürzlich den Auftrag bekommen, an 60 Standorten entlang des Mississippi die mögliche Installation dieser schwimmenden Kraftwerke zu prüfen.

Würde das Vorhaben in die Tat umgesetzt, wären die Turbinen weltweit das erste kommerzielle Projekt dieser Art im großen Stil. Und die schwimmenden Wasserkraftwerke würden – zusammengeschaltet – weitaus leistungsstärker werden, womit sie durchaus zu einer relevanten alternativen Energiequelle werden könnten.

Daniel Seemann

3 Bemerkungen

  • Die Thematik Kleinwasserkraft-Nutzung, auch mit schwimmenden Wasserkraftanlagen nach dem Schiffsmühlen-Prinzip ist derzeit sehr aktuell. Die EU hat dafür einen Forschungsetat von 3,63 Mio. Euro bereit gestellt.
    Leider gibt es bis Heute keine Schwimmanlage die wirtschaftlich ist, da die Leistung solche Anlagen sehr gering ist. Die Mindener Schiffsmühle leistet bei einem Laufrad von 5 / 5 m etwa 1,5 kW. Erst bei einer Fließgeschwindigkeit (v) von 3 m/s, was die wenigsten Flüsse und dann nur bei Hochwasser aufweisen, könnte eine nennenswerte Leistung P (= 0,5 m x v² x n) erzielt werden.